Schwangerschaft spirituell, heilig und ganz

Gastbeitrag: Schwangerschaft und Geburtsbericht

Abgelegt unter: Geburt, Schwangerschaft spirituell — jana @ 9:00 pm
tja …wie fængt man sowas am besten an
vielleicht damit  dass ich   letzten sommer im august  nach einem sehr abenteuerlichen  sommer in norwegen   zurueck   zu meiner textilhandwerksschule in schweden kehrte   und feststellte  dass mir pløtzlich meine lieblingshosen   nicht mehr passten…. man dachte ich ,  hab ich sooooo  viel eiskaffe getrunken?????
nach einigen tagen  musste ich dann feststellen  dass meine mens ausblieb, ups ,das tat sie  eigentlich -  nie …..und  einige tage darauf  spannten zusætzlich  meine brueste  doch sehr verdæchtig  beim duschen,  und das war nicht das spannungsgefuehl  welches man hat  kurz bevor man seine tage bekommt…..
so langsam dæmmerte es mir   und so   fuhr ich  richung small town  um mir zusætzlich  zu einer hosengrøsse grøsseren hose  auch noch  einen  schwangerschaftstest kaufte     zurueck  zur schule  fuhr   und dort in der internatskueche   allein auf dem tisch sass und   auf das  ergebnis starrte………  SCHWANGER ……hui    irgendwie wurde ich ganz pløtzlich      ruhig      und irgendwie hatte ich das auch gewusst   gespuert und gewollt    und jetzt war es passiert……….und ANGENOMMEN   ich die ewige rumtreiberin sollte nun  also -  familie gruenden-   grade noch  ein jahr lang im tipi  gewohnt   und   jetzt vollcrash  mit sommerliebe  ins  familienglueck… das war mal wieder typisch.
ich also  meinen liebsten in norwegen angerufen   und ihm  meine umstænde von einer internatstelefonzelle  aus gebeichtet  -  nicht ganz ohne  zittern  ……    aber  edler ritter    antwortete   nur, ja das hætte er sich schon    gedacht und damit war die sache dann auch geritzt.
ich sollte also   das herbstsemester fertig  machen  an er schule und dann nach norwegen uebersiedeln………   die textilschule   war ein einziger segen in der zeit, keine arbeitgeber die einem vorschreiben wann und wie man auszusehen hat und so konnte ich voll und ganz  auf die næchsten drei monate VOLLE UEBELKEIT  einlassen, und die kam………
ich konnt so gut wie nix mehr essen   mir wurde schon schlecht wenn ich nur ans essen dachte und mein hormonhaushalt  war so durcheinander dass oft das einzige was half    wirklich und wahrhaftig ne ordentliche tasse   geliebter kaffee war……..ich hatte also  ne   trotz  uebelkeit  und damals  auch schon krasser gedankenkarusselfahrten  einen traumhaften einstieg in meine schwangerschaft    -  und wer hat schon die zeit   sich zwei tragetuecher zu weben  mit  tollen leuten kaffee zu trinken  und  schlafsæcke fuers baby zu filzen.   wie gesagt die schule  war ein segen und  ich wurde gutund liebevoll  umsorgt    bis mein liebster mit unserer alten blechchuessel vorgefahren kam und mich zu weihnachten -  nach norwegen  hause abholte.
so um den 3. monat meiner schwangerschaft   liess diese entsetzliche uebelkeit nach - dafuer  aber setzten extreme kreuzbeinschmerzen ein  die  bis hin zur geburt - nur schlimmer wurden….
und zusætlich dazu  fingen in mir an krasse selbstzweifel zu wachsen
wie um alles in der welt soll es møglich sein   ein kind zu gebæhren…..ab und zu  rann mir  echt der angstschweiss  kalt den ruecken runter.     ich hab ja so einiges hinter mir    aber bisher  war ich immer nur verantwortlich  fuer mich selbst   -  aber jetzt gehts um viel viel mehr      und dieses gedankenkarussell   begleitete mich   eigentlich  den rest der schwangerschaft.    wer   mit einer   problemlosen  schwangerschaft  gesegnet  wird,hat verdammtes glueck   ,  ich   war  was das anging  nicht  zu beneiden.   im rueckblick  wird mir  klar dass ich  die  die immer emanzipiert  durch die weltgeschichte spazierte   und alles allein schaffen musste    ne natuerliche bremse brauchte    und so kam es das   mamma dani  vom tipi   an den webstuhl   in das sofa verbarrikadiert wurde  auf grund entsetzlicher   muedigkeit und  noch viel  entsetzlicheren   rueckenschmerzen  die mich dazu verdonnerten   mich auf meinen hintern  zu setzen und  die næchsten 6 monate - sitzen zu bleiben ,  und mich  mit mir selber auseinanderzusetzen  ruhe zu finden  -  geduld zu entwickeln    und  mich mit  immerwieder aufkommenden   selbstzweifeln   den akt der geburt gut und gesund und natuerlich  ueber die buehne zu bringen………aseinanderzusetzen…,  mir blieb eigentich nichts anderes uebrig  da ich  nicht mal mehr in der lage war  ne spuelmaschine auszuræumen  ohne danach   den restlichen tag  auf m  sofa zu verbringen    auf gruend von   muedigkeit und rueckenschmerzen  . das war ziemlich  hart    fuer mich  ,da ich vor der schwangerschaft   ohne probleme  20 km am stueck wandern konnte    und   zum schluss kaum noch 2 1 /2 hinbekommen habe.
irgendwann    hab ich dann einfach frieden  damit gemacht   MEINE ÆNGSTE ZU AKZEPTIEREN  als einen teil von mir selbst , sei  es dass   diese  selbigen der antrieb dafuer waren  aus  dem drang  heraus   KONTROLLE NICHT ABGEBEN ZU WOLLEN  -UND DEM LEBEN ,DER NATUR  UND LETZENDLICH SICH SELBST ZU VERTRAUEN  eine geburt meistern zu kønnen ohne dem baby oder sich selbst zu schaden ,     ich massenweise buecher anfing zu lesen oder mich     im bett verkruemelte   und schlicht und ergreifend     SCHEISSE DRAUF WAR.    auch das geht vorbei   und gehørt zum leben   und zum  durchleben  ,man findet auch in solchen stunden - stærke -  und sei es nur   sich selbst zu ertragen.    ……wie dem auch sei    die monate vergingen  wæhrend der zeit auf meinem sofa  bekamen baby und ich  n guten kontakt zueinader hergestellt     und  mir war eigentlich klar dass dieser krabat    nicht wirklich  lange mehr auf sich warten lassen    wird.     und so kam es dann auch  .drei wochen   vor dem eigentlichen termin  ,und ich mich grade noch  von einer saftigen bronchitis am erholen  ,die mich  zusætzlich zu den ganzen anderen kørperlichen beschwerden n haufen energie kostete  ,   sagte ich noch zu meiner inzwischen - schwægerin    -der bleibt da nicht mehr lange drin -   sie starrte mich nur an und  sagte  nur    das glaube ich nicht  dein  bauch   ist ja noch garnicht in die senke    .   naja sag ich    aber ich weiss dass es uns beiden grade   zu eng wird.  und  am selbigen tag  gings dann los.     wir kamen grade vom einkaufen   und ich wusste es eigentlich auch schon die ganze woche ueber    und war   eigentlich   mehr erleichtert  als ueberrascht   als   ich  zur tuer hereinkam   und genau in diesem moment  das wasser abging………  ich musste sogar lachen   …. einen kurzen moment   dachte ich noch   es kønnte auch   altes badewasser   von meinen tæglichen badewannen zeremonien sein  ,die mir im uebrigen  sehr hilfreich  gegen diese vefluchten ruckenschmerzen waren.    aber   nein  es war eigentlich sonnenklar .heute nacht wird ein kind geboren.
und so  haben wir im krankenhaus angerufen  meinen zustand geschildert und wurden   auch gleich aufgefordert  loszufahren    ,das krankenhaus   liegt  150 kilometer entfernt   von unserem haus  ,   und inzwischen kamen auch schon die  ersten wehen im 5 minuten abstand   erst als leichtes ziehen  zu verspueren  und dann  sich immer mehr steigernd  .   mich  also ins  auto gehieft und   los gings  im wahrsten sinne des wortes   : ueber stock und ueber stein  in der alten blechschuessel von einem volvo     schlagløcher hat norwegens  asphalt einige   ………  als wir im krankenhaus ankamen  lag ich bereits    gut in den vorwehen    wusste nicht ob ich sitzen stehen  oder liegen kann   konnte aber alles  sehr gut   NOCH  beatmen ……. ich schilderte kurz meine wuensche von wegen sehr   gern natuerliche geburt und so     ABER  ich sei  am ende meiner kræfte    da   die schwangerschaft  ein einziger høllenritt war und ich   ne gute  bronchitis wegstecken musste die eigentlich immer noch nicht auskuriert sei.
ok   die hebammen  aber waren sehr  erstaunt ueber meine atemkuenste     und   meinen immernoch     guten humor.      der  ænderte sich auch dann nicht als   ich inzwischen   wirklich  vor wehen AM BRUELLEN war    ich war ehrlich gesagt  positiv ueberascht    wie viel kraft ich aus meinem bauch heraus bruellen konnte und wie erleichternd es doch war einfach mal so richtig bruellen zu duerfen und zu kønnen  ohne jegliche hemmungen       sehr erleichternd   …..   irgendwann  wurde mir dann gesagt dass   ich  bei 4 cm  angekommen sei    und wir jetzt zu den  erøffnungswehen uebergehen …..     ja så?   innerhalb von 6 stunden hatte ich mich also    auf 4 cm geøffnet     ich keuchte die hebamme nur an   :   und wie lange soll das jetzt noch weiter gehen   ?        na du kannst   damit rechnen dass du fuer jeden cm.   ungefæhr  ne stunde brauchst   …… oje dachte ich mir      wie soll ich diese nacht nur ueberstehen …….   die wehen wurden echt immer heftiger   und immer heftiger  und  das ganze nochmal 6 stunden durchstehen?     oh man     kein  licht am ende des tunnels zu sehen     …… ok sagte ich  ich weiss nicht  vielleicht muessen wir irgendwas betæubungsmæssiges probieren   ich weiss nicht  ob ich das heute nacht   schaffe  …….     badewanne ?  akkupunktur  ? lachgas?     wie dem auch sei   kam eine der hebammen   mit etwas rauhem aber sehr durchsetzungvermøgendem genuet  mit diesem lachgas   anglaufen   und  gab mir die maske     . ich schaute sie von der seite aus an    zog drei mal an diesem ding     und schleuderte diese auch  gleich in die ecke ……. die hebamme starrte mich  nur an und sagte    du musst das einatmen davon wirst du        high……….     ich starrte sie nur fragend  an und  antwortete   hæh ?   ich bin doch schon vøllig  high     von dem zeug ersticke ich . und  die hebamme grinste mich nur an und  sagte    ja           und das wars dann auch  mehr oder weniger.  mit aktivem betæubungsversuch.    man was war ich  verzweifelt     aber doch  auch gluecklich  und irgendwo   habe ich diese verdammte hilflosigkeit   genossen.       ich glaube die meisten schmerzen  verursacht man selbst indem man sich innerlich weigert kontrolle abzugeben.  zumindest ich selbst hatte mich  durchschaut.
also probierten wir die   mir so  heiss geliebte badewanne    ,aber das war eher chaos als hilfreich da hinsetzen liegen aufstehn   alles viel zu anstrengend war und mich von der konzentration ablenkte……..   und irgendwann war ich dann so verzweifelt und am ende meines lateins mit mir und meinem  vefluchten ego , dass ich nach ner epidural bruellte   ,weil ich   nicht mehr( konnte) wollte und  mir im gruende alle (s  guten vorsætze )scheissegal wurden .     auch nicht wirklich  denn - jetzt   wurde ich erst richtig wuetend auf mich selbst   ,dass ich so einfach den glauben an mich selbst aufgebe  und das ich eigentlich tief in mir drin wusste dass ich das kann und keine  spritze brauch.  aber wie gern verarscht man sich doch selbst…….    also klaren verstandes war ich  noch     und  als mir die hebamme dann sagte   dass der liebe  herr doktor schon zu hause im bett liege   und jetzt erstmal    wieder  aus seinem schlafanzug    in den aertztekittel  steigen muss  wusste ich ehrlich gesagt nicht so genau  ob das jetzt    n trick war   oder   ernst gemeint.   mir jedefalls blieb nichts anderes uebrig als   zu atmen   und zu bruellen  und  zu aktzeptieren  dass man da jetzt einfach durch muss  ……nach 2 stunden dann der doktor liess sich zeit  !     kam die  hebamme angelaufen und  erzæhlte mir was von wegen noch mal hinlegen   und messen ….        . und siehe da………
NATUERLICH         war es jetzt zu spæt fuer die epidural !!!!!!!    daniela hat das wunder NATUERLICH VON ALLEIN  verbracht in all ihrer wut auf sich selbst      und sich innerhalb  von 2 stunden auf die restlichen   6 cm geøffnet          und von nun  an  durfte  ich  auch endlich  pressen .
und das war eine grosse erleichterung  denn das erschien mir  bei  der ganzen angelegenheit  am schwierigsten    nicht zu pressen bevor  man  weit genug   ist……….   der rest  verlief einwandfrei   ich hatte zwei wunderbare hebammen an meiner seite   eine sehr   weiche und einfuehlsame  warme frau   und eine sehr  forsche  und antreibende  aber   vom herzen   gute frau       die mir genau  den  tritt verpasste den ich brauchte um   letzendlich den kleinen oskar  aus mir rauszupressen und WOW einmal   ueber die scheidenøffnung  herueber  getreten  und das   kostete mich  zum schluss noch mal ueberwindung    ein brennenden schmerz beim pressen        zulassen         und   dann war die kleine ratte auch schon da      bevor ich den kleinen oskar  in meinem arm halten konnte  sprang mir schobn die hebamme   um den hals vor freude      alles war gut        ich hørte das baby schreien  und  im selben moment muss ich so einen glueckshormonshake abgekriegt haben     ich war   der gluecklichste mensch auf erden    und    mein  baby war natuerlich das schønste  was ich jeh gesehen habe und jede einzelne wehe und jeden  selbstzweifel    wert.    pappa war die ganze zeit an meiner seite und hatte auch trænen in den augen  denn endlich durfte er   sowohl    den kleinen oskar   als auch mich  die einzelkæmpferin wieder in den arm nehmen.        ich   habe  mich  noch bei den hebammen   bedankt ,(in norwegen   ist schichtdienst an der tagesordnung  )     besonders bei der die  die mich immerwieder   angspornt hat zu pressen und das nicht unsanft aber das war eigentlich genau das was ich brauchte     und   ich konnte nicht   oft genug sagen     WIE GLUECKLICH   ich war dass ich  die geburt     ohne diese dæmliche spritze    hingekriegt habe  und    møchte hiermit       allen frauen ans herz legen -  tief in euch drin    findet ihr die kraft die ihr braucht  -  sie ist da   ,selbst wenn euch der glauben an euch  selbst  fehlt      ……..   ich habe eine achterbahnfahrt an glauben und selbstzwefeln hinter mir      und   muss sagen   wow dani     du bist    stærker als   du dir selbst eingestehst und das ist wohl  bei vielen so   die unter ihrem eigenem potential leben ……    die kraft ist da     sie will freigelassen und genutzt werden.    demnach hat mir  WUT UND GEBRUELL  als kraftquelle  sehr geholfen auch wenns mir nicht bewusst war…….  so eine schwangerschaft   ist  auch echt ne reise zu dir selbst   durch berg und tal  und  ich bereue keinen einzigen tag  im nachhinein.  und meine kleine ratte   (im jahr der ratte geboren) ist jeden tag  auf s neue ein  wunder  ……….
so das war viel text   aber ich hoffe ich konnte n einblick verschaffen dass auch selbst wenns euch nicht so gut geht  und  die  schwangerschaft zur achtrbahnfahrt wird    -  ihr im stande seid  - das durchzuleben , anzunehmen , anzusehen , akzeptieren  und  hinzugeben   ……..   die kraft   ist uns  mitgegeben  worden   wir muessen sie nur zulassen und uns von uns selbst       kleinmachenden gedanken frei machen………wie   das findet jeder fuer sich allein heraus   viel gluck   dani  viel mut zu euch selbst.
und danke jana fuer deine tolle seite     mir hat sie sehr geholfen…..

Schwangerschaft und Geburt

Abgelegt unter: sonstiges — carmeline @ 3:56 pm
Hurra, unser erstes Baby ist auf dem Weg!

Auf Wunsch meiner Hebamme möchte ich gerne ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern.

Die Schwangerschaft

Am 12.12.2005 ist mir aufgefallen, dass meine “Erdbeertage” überfällig sind. Ich habe angefangen zu rechnen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht nur überfällig, sondern schon ganze 6 Tage über der Zeit bin.
Ich war ziemlich aufgeregt und habe gleich Jens angerufen. Mein Zyklus ist immer pünktlich und ich war mir gleich sicher, dass das nur eines bedeuten kann…

ENDLICH SCHWANGER !

Ein Grund zur Freude? Immerhin warten wir darauf seid zwei Jahren…

Ich hab meine Mama angerufen und ihr von meinem Verdacht erzählt. Sie hat mich erst mal gebeten keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

Am 19.12.2005 dann die Gewissheit, ein Baby ist unterwegs!

Bisher nur eine kleine “Erdnuss” (So beschrieb Jens unser Baby), die noch nicht sichtbar und doch schon lebendig ist?!

Für mich war plötzlich das ganze Leben durcheinander. Gerade hatte ich mich doch entschieden vormittags wieder in einem Kindergarten zu arbeiten.

Ich bekam plötzlich Panik. Ja das darfst du mir glauben. Ich die nur von Kindern und Babys redet, die alles tut um endlich, endlich selbst Mutter zu sein. Ich hatte plötzlich nur noch Angst. Angst vor der Verantwortung, Angst vor mir selbst und Angst vor diesem wundervollen Kleinen Geschöpf in mir, dass jetzt unaufhaltsam immer mehr zu mir gehört.

Diese Angst dauert noch immer an und ich bin immerhin schon im sechsten Monat, aber sie weicht jeden Tag mehr der Vorfreude auf unsere kleine Erdnuss. Jetzt greife ich aber zu weit vor. Schließlich möchtest du von Anfang an dabei sein.

Ich habe als erstes meinen Tagestöchtern von dem Baby erzählt. Sie wussten natürlich nicht recht was los war, aber sie haben sich mit mir gefreut. Dann habe ich Klaus von der wundervollen Nachricht erzählt. Er war sehr erstaunt, dass ich nicht nur juble, sondern auch unsicher und ängstlich bin. Immerhin haben Jens und ich oft über unsere Kinderlosigkeit gejammert.

Kurz danach hat Katharina die Schwester von Jens die Frohe Botschaft erfahren. Irgendwie konnte ich es trotz meiner Ängste nicht für mich behalten. Jens war da viel cooler. Er kann Geheimnisse viel besser und länger für sich behalten.

An seinem Geburtstag konnten wir dann aber doch nicht mehr warten und haben auch seine Eltern eingeweiht. Ich habe Carola, unsere Tagestochter ganz beiläufig gefragt: “Carolchen, sag mal was hat die Carmen den im Bauch” Isabella grinste und Simone, die jüngste platzte dann mit einem lauten “Mama hat Babybauch” heraus. Meine Schwiegereltern waren erst sprachlos und nicht sicher, ob sie es richtig verstanden haben. Dann war die Freude aber umso größer.

Ja und dann begann die schlimmste Zeit. Ich war ständig auf der Toilette. Nichts konnte ich bei mir behalten und mit morgendlicher Übelkeit hatte das bestimmt nix zu tun. Mir war dauernd schlecht. Ich habe nur noch geschlafen und war bestimmt unausstehlich. Das ganze ging bis in den 5. Monat. Ich habe eigentlich nur abgenommen. Da die Werte aber normal waren, hatte meine Frauenärztin allerdings keine Bedenken.

Du willst jetzt bestimmt wissen, ob ich saure Gurken mit Nutella esse. Neee ich hatte bisher keine solch extremen Anwandlungen. Allerdings mag ich keine Thunfisch Pizza mehr und esse statt dessen Pizza Funghi. Außerdem esse ich plötzlich Tomaten in allen Varianten, was mir vor der Schwangerschaft nie geschmeckt hat. Gerade in letzter Zeit esse ich gerne Croissants mit Marmelade und anderen Süßkram. Das mag ich sonst auch nicht so gern.

Im vierten Monat habe ich angefangen mein Baby ganz deutlich zu spüren. Seid dem 13.4.2006 wissen wir das (angebliche) Geschlecht.

Unsere Erdnuss wird wahrscheinlich ein Junge. Ich bin ja mal gespannt.

Heute ist der 30.06.2006 . Ich habe zu meiner kleinen Erdnuss ein meist ausgeglichenes Verhältnis. Ich unterhalte mich viel mit meinem Sohn, vor allem wenn er strampelt und erzähle ihm hin und wieder Geschichten. Wir hören zusammen Musik und es entsteht so langsam ein WIR Gefühl. Wir sind müde, hungrig oder entspannt.

Mein Bauch ist jetzt schon deutlich zu sehen. Ich bin richtig stolz darauf und zeige ihn gerne. Ich mag meine Umstandskleidung und fühle mich “kugelwohl”. Allerdings merke ich das Wetter ziemlich. Ich brauche für alles mehr Zeit und muss mich oft ausruhen. Trotzdem gehe ich noch häufig mit meinen Tageskindern spazieren oder ins Freibad. Wir genießen diese Zeit.

Das schönste für mich ist, dass Carola jetzt begriffen hat, dass ich ein Baby bekomme. Isabella und Simone sind noch eher unsicher. Carola streichelt meinen Bauch, küsst ihn und redet mit “ihrem” Baby. Sie ist sehr zärtlich und es tut uns beiden gut wenn sie liebevoll “love you baby” flüstert. Ich hoffe das auch nach der Geburt keine Eifersucht entsteht.

Heute ist der 14.08.2006. Wir möchten meinen Bauch verewigen. Arzu, eine Arbeitskollegin und gute Freundin von Jens, hat Gips mitgebracht. Gemeinsam wollen wir einen Abdruck vom Babybauch machen. Schließlich soll unsere Erdnuss sich an sein erstes zu Hause erinnern.

Die Geburt

Am 17. August 2006 hat unsere Welt begonnen sich in die andere Richtung zu drehen. Was ich jetzt schreibe ist wirklich sehr intim und persönlich. Trotzdem möchte ich dich teilnehmen lassen, an dieser Erfahrung. Meine Hebamme hat mich gebeten, dieses Erlebnis für alle Frauen, Mütter und Väter aufzuschreiben. Vielleicht hilft es anderen ebenfalls eine solch wundervolle Geburt zu erleben.

Als wir aufgewacht sind, habe ich leichte Zeichnungsblutungen entdeckt. Ich habe gleich die Hebamme angerufen und gefragt, ob ich sofort kommen soll. Da ich um 11:15 Uhr einen Termin hatte, war keine Eile geboten. Die Mama von Jens hat uns ins Geburtshaus gefahren. Die Untersuchung war diesmal bei K. Sie hat festgestellt, dass ich ziemlich regelmäßige Wehen hatte. Da die Wehen aber noch nicht spürbar waren, wurden wir vertröstet. Bis zum Termin 22.08.2006 war ja auch noch Zeit.

Jens musste noch arbeiten und so habe ich es mir auf dem Balkon gemütlich gemacht. Das Wetter war angenehm warm und ich wollte noch ein bisschen den Sommer genießen. Um halb Fünf habe ich zum ersten Mal eine „schmerzhafte“ Wehe verspürt. Mein Bauch hat leicht gezogen. Um 18:00 Uhr wurden die Wehen dann regelmäßig, alle 10 Minuten. Ich habe Jens angerufen. Wir haben entschieden, dass er noch nicht gleich nach Hause kommt. Ich war seltsamerweise ganz ruhig. Meine Ängste der vergangenen Monate waren wie weggeblasen.

Kurz darauf klingelte das Telefon. Marada, Babys Patentante, war am Telefon. Wir hatten schon länger nicht mehr miteinander telefoniert. Marada wollte gerne bei der Geburt dabei sein. Das war schon lange geplant. Intuitiv hat sie gespürt, dass ich sie jetzt brauche. Als sie erfahren hat, dass unsere Erdnuss sich auf den Weg macht, war sie sofort bereit mich zu unterstützen.

Irgendwann bin ich unruhig geworden. Deshalb habe ich Jens eine SMS geschickt, dass er doch nach Hause kommen soll (Da war er schon auf halbem Weg :-) ). Marada und ich haben in der Zwischenzeit noch die letzten Dinge fürs Geburtshaus zusammen gepackt.

Marada hat uns ins Geburtshaus gefahren, da unser Auto kaputt war. Um 21:30 Uhr sind wir dort angekommen. C. und T., unsere beiden Hebammen, haben uns begrüßt und ins Geburtszimmer geführt. Irgendwie war es gar kein fremdes Zimmer. Wir waren schon so oft hier und alles war vertraut.

Die Atmosphäre war wundervoll. Wir waren alle ganz ruhig und gelöst. Wir haben uns erst mal in Ruhe eingerichtet. Danach wurde ich untersucht und ein kurzes CTG gemacht.

Ich war schrecklich müde, deshalb riet die Hebamme uns dazu einfach noch einige Stunden zu schlafen. Das haben wir dann auch getan. Zumindest haben wir es versucht. Marada ist in der Zwischenzeit doch lieber nach Hause gefahren. Wir wussten ja nicht wie lange die Geburt dauern würde.

Bei jeder Wehe bin ich aufgewacht und sobald sie verarbeitet war wieder eingeschlafen. Das ging irgendwann wirklich im 5 Minuten Takt.

T. hat immer wieder nach mir geschaut und auch Jens war immer an meiner Seite. Ich habe die Wehen in verschiedenen Haltungen verarbeitet. Wenn ich selbst nicht mehr konnte hat T. mir geholfen eine andere Position einzunehmen. Leider konnte ich nicht in die Badewanne, da ich im Wasser keine Wehen mehr hatte. Das hat mich sehr frustriert, da ich ja unbedingt eine Wassergeburt wollte.

Nachdem die Fruchtblase geplatzt ist (ich war daran nicht unschuldig) und der Muttermund offen war, ist unser Fynn innerhalb einer Stunde da gewesen.

Ich durfte während der letzten Wehen doch noch in die Wanne und bekam die ersehnte Wassergeburt.

Willkommen kleiner Fynn - Alexander

Am 18.08.2006 ist unsere kleine Erdnuss geschlüpft. Um 6:44 Uhr durften wir Fynn - Alexander begrüßen.

Ich weiß noch genau wie T. mir versprochen hat, dass Fynn bei der nächsten Wehe da ist. Ich habe gepresst und gespürt wie mein Baby ins Wasser gleitet. Im selben Augenblick lag Fynn bereits in meinen Armen.

Die beiden Hebammen und Jens halfen uns aus der Wanne. Ich wurde kurz abgetrocknet und schon lag ich neben Jens im Bett. Ich hatte ziemlich Schüttelfrost und Jens hat mich und Fynn erst mal aufgewärmt. T. hat geschaut ob es uns gut geht und uns dann allein gelassen. So konnten wir die ersten Minuten mit Fynn ohne Störung genießen.

Später durfte Jens die Nabelschnur durchtrennen. Das war noch mal ziemlich aufregend. Nachdem wir alle versorgt waren durften wir schon nach Hause.

Erst in unserer Wohnung habe ich mein Glück begriffen. Wir haben einen kleinen Sohn. Dieses wundervolle kleine Wesen gehört zu uns. Erst jetzt weiß ich was ein Wunder ist. Ich kann mit Worten nicht beschreiben wie es sich anfühlt diesen kleinen Erdenbürger im Arm zu halten. Nur eins ist mir klar in diesem Augenblick: “Die Göttin hat uns mit diesem Kind gesegnet und es ist unsere Aufgabe ihn nach bestem Wissen auf seinem ureigenen Weg zu unterstützen”! Ich höre in meinem inneren einen Chor von Stimmen. Sie singen immer das selbe Lied. Ein Lied, dass wir schon bei so vielen Ritualen gemeinsam gesungen haben. Dieses Lied spiegelt all meine Empfindungen wieder.

“Wir sind ein Kreis, in einem Kreis, ohne Anfang und ohne Ende”!

Geburtsbericht

Abgelegt unter: sonstiges, Geburt — jana @ 11:35 pm

Die Geburt meiner kleinen Tochter war eigentlich ein unbeschreibliches Ereignis, vor allem aber auch ein besonders bestärkendes, und tolles.

Ich hatte ein paar Tage leichte Vorwehen und die wurden dann Nachts einfach ein bisschen stärker und regelmäßiger. Morgens um 7 war mir dann klar, dass es nun wohl losgehen würde. Sie wurden dann bis ca um 8 so stark dass ich sie beatmen musste und sie bei sehr starkem Mens-Schmerz angelangt waren von der Intensität. Damit war aber klar, dass es ernst wurde, und in meinem Inneren war es, wie wenn ein Schalter umgelegt wurde. Es war klar, nun geht es um die Geburt und es dauert so lange es dauert, nun ging es nur noch darum, von Wehe zu Wehe zu kommen, jede zu durchleben. Im Außen machte ich mich auf dem Weg zu einer Freundin in die Badewanne - glücklicherweise in einem Auto - nur einen Block weit entfernt. Bis vormittag lag ich in der Badewanne (wir hatten keine). Schließlich war es zeit für das Geburtshaus (wir kamen eher früh, da ich dort einfach hin wollte und nicht ewig dort in der Badewanne liegen, sondern endlich in den schönen Raum im Geburtshaus).

Vorort bekamen wir glücklicherweise meinen Wunschraum. Allerdings war meine Hebamme nicht da, weil sie in Potsdam auf nem Kongress war und nachkommen wollte und wir wurden von anderen Hebammen betreut. Da ich aber 100% Vertrauen zum Geburtshaus hatte, hat mich das nicht weiter gestört.

Dann ging es ein paar Stunden von Wehe zu Wehe, um den Muttermund zu öffnen. Wir waren zu dritt und ich genoss Massagen am Rücken. Ich tönte jede Wehe, was ich genial fand und mir das Gefühl gab, keinerlei Schmerzen zu verspüren, nur die Intensität dieser Wehen-Welle. Das Tönen ging besonders gut, weil ich es nicht alleine machte, sondern weil wir jede Wehe zu dritt tönten - die Laute der anderen beiden trugen mich und meinen Ton.

Die Zeit war nicht existent, nur eine Welle nach der anderen. Es war ein entrücktes Gefühl. Ich dachte immer, die Geburt müsse sich, weil sie so spirituell ist, irgendwie erhaben anfühlen. Statt dessen fühlte sie sich archaisch an, tierisch. Ich habe stundenlang gar nichts gedacht. Und das, wo sonst mein Verstand immer plappert. ich war ganz bei mir und bei den Wellen - es gab nichts anderes was wichtig war.

Es gab zwei Zeitpunkte, wo ich die Wehen schwierig fand: einmal als ich eine Akkupunktur bekam und still auf der Seite liegen musste und einmal am Klo - weil ich bei beiden nicht körperlich entspannt mitgehen konnte. DA tat es dann weh und ich war froh, wieder in der Wanne mit den Wellen gehen zu können.

Als der Muttermund offen war und meine Hebamme angekommen, musste sie ein bisschen nachhelfen, damit es weiterging -ich war so versunken darin, Wehe nach Wehe zu bearbeiten, dass ich das Ziel vergessen hatte. “Bist du bereit JETZT dein Kind zu bekommen?” Upsa - da war ja noch was. Danach folgte einiges an “Akrobatik” - und die Erfahrung der Presswehen. Wie stark da der Drang zu Pressen ist und wie stark es eine dabei schüttelt fand ich schon währenddessen erstaunlich. Ich musste ein Pause einlegen, weil es zu schnell ging. Und die Wehen so durch mich durchziehen lassen, ohne mitzupressen. Aber recht schnell ging es dann weiter. Insgesamt hatte ich sehr kurz Presswehen, fand ich. Die Fruchtblase platzte und weitere Wehen kamen und gingen - inzwischen waren die Hebammen ganz gut beschäftigt damit, immer zu gucken. Das Köpfchen war schon zu fühlen. EIne Hebamme hat mir glaub ich noch was zu trinken angeboten. Eine Wehe später war das Kind da. Meine Begleiterin meinte, die Hebammen waren auch überrascht und hatten es mit der Wehe noch nicht erwartet - sie fing es auf, so sehr flutschte es raus. Meine wenig rühmlichen ersten Worte waren: Wasn das? :)

Ich war etwas überrascht, dass es schon vorbei war :)

Ich hatte schließlich meine kleine Tochter in der Position geboren, die ich mir vorher schon ausprobiert und als Wunschposition ausgesucht hatte: Auf dem Gebärhocker.

Bei der letzten oder vorletzen Wehe war allerdings mein Damm gerissen und musste dann genäht werden, allerdings habe ich davon nichts gemerkt. Mit dem Kuscheln mit der Neugeborenen und dem ersten Stillen ging das große Abenteuer aber eigentlich erst los. Die Geburt war nur der Anfang.

Geburt ohne Schmerzen

Abgelegt unter: Geburt — Alchemilla @ 8:10 pm

Ich möchte über meine zweite Geburt berichten. Wie bereits die Schwangerschaft verlief auch die Geburt so anders als erste. Vielleicht weil ich schon erfahren war, ein Kind zu gebären und somit genau wusste, was ich möchte und was nicht. Ich hatte mir diesmal eine Beleghebamme gesucht. Beim Frauenarzt war ich nur 2 mal, die gesamte Vorsorge lief über meine Hebamme und mein zweites Kind konnte ich unter ihrer Obhut bekommen. Es war eine wunderbare Zeit, denn ich wurde sehr gut betreut und gestärkt von meiner Hebamme und hatte somit viel Kraft und großes Vertrauen.

Zwei Tage nach der Gebur musste ich es mir einfach von der Seele schreiben:

2. März 2006

0.10 Uhr ich liege auf dem Sofa, schaue fern und das Ziehen wird stärker. Nun muss ich doch die Wehen veratmen. Sollte es etwa losgehen? Ich kann es nicht glauben. Bei Vicky (eine Freundin) brennt noch Licht, ich überlege, ob ich sie anrufe. 0.50 Uhr bei Vicky brennt immer noch Licht, ich rufe sie an. Wir beschließen, dass sie rüberkommt um Basti (mein Großer) abzuholen, falls es losgeht. Einige Wehen sind nun doch intensiver. Währenddessen wird auch Mike (mein Mann) wach und zieht sich an. Er denkt, ich hätte mit Doris (meine Hebamme) gesprochen. Ich habe ihn aufgeklärt, es ist noch viel zu früh. Vicky kommt und wir quatschen im Flur. Sie meint, ich sollte schon ins KH fahren. Die Wehen sind ca. alle 5 min, aber noch viel zu gut auszuhalten. Es ist eine sehr schöne Stimmung. Mike und Vicky bringen Basti rüber. Er wird noch mal wach und ich verabschiede mich von Basti. Ich hatte das große Bedürfnis rumzulaufen, gern wäre ich noch mal rausgegangen, aber es ist kalt und dunkel. Mike kommt wieder. Wir kochen zusammen Kaffee und ich esse Stachelbeeren. Zwischendurch muss ich aufstehen und laufen. Die Wehen kann ich gut aber laut veratmen. Mike guckt immer ganz geschockt, doch wenn die Wehe weg ist, kann ich lachen und ihm sagen, dass es mir gut geht. Ich laufe die ganze Zeit durch unseren Flur. Mike beschließt am Rechner ein Protokoll über die Wehentätigkeit zu erstellen. Ich laufe also durch die Wohnung und dann rufe ich zu Mike, JETZT wieder und VORBEI: Alles wurde akribisch von Mike festgehalten, typisch Beamter. Die Zeit rast nur so. Ca. 4.00 Uhr morgens setzte ich mich aufs Sofa. Eigentlich hatte ich mit Mike vereinbart, um 4.00 Uhr Doris anzurufen, aber ich hielt dies immer noch nicht für notwendig. Wir schlafen beide ein. Ca. 4.45 Uhr werde ich wieder wach. Keine Wehen mehr. Ich bin enttäuscht und wecke Mike. „Lass uns im Schlafzimmer weiterschlafen, Baby kommt wohl nicht.“ L Ich versuche einzuschlafen und bekomme prompt Wehen. Im Liegen sind sie sehr unangenehm. Nun muss ich bei jeder Wehe laut stöhnen und dabei ziehe ich an Mike’s Haaren, der arme Kerl. Ca. 5.30 Uhr beschließe ich wieder aufzustehen, ich muss laufen, mich bewegen. Mike will nun Doris anrufen, ich glaube, er hat Angst. Ich gehe ins Bad und muss dabei immer wieder die Wehen veratmen. Dann dusche ich. Die Wehen werden leichter und gehen wieder weg. Mist, jetzt hat Mike schon Doris angerufen. Es geht doch noch gar nicht los. Doris kommt ca. gegen 7.00 Uhr. Ich habe seit ca. einer Stunde nur noch ganz leichte Wehen, mir war es peinlich, weil ich dachte, es ist falscher Alarm. Doris findet nicht sofort die Herztöne, ich bin angespannt und habe Angst. Heikes Baby ist vor drei Wochen während der Geburt im Mutterleib gestorben, das Herz hat einfach aufgehört zu schlagen. Doris bleibt ruhig und findet die Herztöne. Endlich. Dann untersucht sie mich. Ganz ruhig, wie immer, meint sie, wir sollten die Tasche packen und sofort ins KH fahren. Äh??? Wieso, es geht mir gut. Ich bin bereits 7 cm eröffnet!! Nein, dass kann nicht sein. Ich kann ihr nicht glauben, dazu geht es mir doch viel zu gut. Es ist so, wir beschließen ins KH zu fahren. Während der Autofahrt bekomme ich wieder starke Wehen, ich musste im Auto wieder laut mitstöhnen. Mike versuchte sich zu konzentrieren, ich glaube, es fiel ihm schwer. Zum Glück sind wir 10 min später am KH. Es ist kurz vor 8.00 Uhr. Wir müssen an der Cafeteria vorbei, die Leute gucken, es stört mich nicht. Ich will laufen, stöhnen und Treppensteigen (1 Etage). Eine Omi kommt uns entgegen, ich musste laut stöhnen. Sie lachte mich an. Plötzlich wollte ich nach Hause und musste weinen. Mike musste mich zum Kreissaal zerren. Doris macht uns die Tür aus, sie sieht ganz anders aus in den weißen Klamotten. Ich habe Angst vor den Ärzten und dass etwas passiert, was ich nicht möchte. Wir versuchten die große Reisetasche in den schmalen Spind zu packen. Die Tasche war viel zu groß! Während meiner Mutterschutzfrist stand die Tasche offen im Bad und ich schmiss allerhand Zeug rein, von dem ich dachte, dass könnte ich gut im Kreissaal gebrauchen. So z. Bsp. eine große Kerze, diverse Massageöle, Beruhigungsmusik, Lavendelentspannungsbad, zwei Oberteile, eine Hose, die Sachen für Matti, Massagebälle, Haargummis, Zahnbürste, Feenkarten, Eiswürfel aus Apfelsaft, Kekse, Süßkram, Sekt, Wasser und natürlich meine rote Kuscheldecke. (Natürlich habe davon überhaupt nichts gebraucht!) Es wurde nun ein CTG gemacht. Das war in Ordnung, obwohl im Sitzen die Wehen sehr unangenehm waren. Das CTG war okay und ich darf endlich wieder aufstehen. Der Kreissaal ist leer und ich kann mir aussuchen, wo ich hin will. Ich kann mich nicht entscheiden, es ist mir egal, ich will sowieso laufen. Doris beschließt, dass wir den Saal mit der Geburtswanne nehmen. Ich will aber noch laufen. Wir laufen durch den Gang, es ist mir zu eng, ich will raus. Wir sagen Doris bescheid, wir sollen um 9.30 Uhr wieder da sein. Wir laufen durch die KH-Flure, es tut mir gut zu sehen, was hier los ist. Zwischendurch halte ich mich an den weißen Stangen an der Wand fest und veratme die Wehen laut. Nach der Wehe geht es mir gut, ich bekomme alles mit und kann mich mit Mike ganz normal weiter unterhalten. Ich sehe die Patienten, die an uns im Bett oder im Rollstuhl vorbeifahren. Es ist 9.30 Uhr wir sind zurück im Kreissaal. Doris will mich wieder untersuchen, auf dem Bett. Oh Gott, ich will da nicht rauf. Irgendwie konnte ich dann doch überredet werden, mich auf das Bett zu legen, aber nur kurz. Wenn die nächste Wehe kommt, will ich wieder runter. Doris will aber noch die nächste Wehe abwarten. Oh, nein, das wird bestimmt unangenehm. Doris gibt mir bis um 11.00 Uhr Zeit. Wieso? Das Kind kommt der erst heute Nachmittag oder Abend, waren meine Gedanken. Die Wehe kommt und Doris meint, dass das Wasser in die Wanne gelassen werden kann. Ich will aber wieder laufen. Doris meint, ich soll SOFORT in die Wanne. Der Muttermund ist vollständig eröffnet. Ich kann es gar nicht fassen und glauben. Ich merke doch gar nichts! Die Wehen waren noch gut auszuhalten. Viel zu gut, wie ich fand. In der Wanne fand ich es erst eng und unbequem. Ich konnte mich schwer entspannen. Ich bekam dann die Nadel auf dem Kopf und Globolis. Mike war neben mir am Wannenrand. Er hat sich eine Wassergeburt gewünscht. Doris wuselt im Raum rum. Mir war es zu ruhig, ich meinte, könnt ihr euch nicht unterhalten? Es ist so ruhig. Ich bekomme fast alles mit, worüber sie sich unterhalten (glaube ich zumindest). Zwischendurch bekomme ich immer wieder Wehen, sie sind stärker geworden, ich muss nun auch hier laut stöhnen. Doris meint, das Kind ist bald da, wir warten nur noch auf die Presswehen. Äh, aber erst müssen doch die Übergangswehen kommen. Ich glaube ich habe noch mal angefangen zu diskutieren, dass das Kind noch nicht kommt. Ich will noch nicht, dass geht mir doch zu schnell. Plötzlich taucht ein Arzt auf. Ich blaffte ihn an, dass er gleich wieder gehen kann, das Kind kommt noch nicht, dass dauert noch. Plötzlich merke ich einen Druck aber nur oben am Bauch, nicht unten. Es fühlt sich komisch an, ich weiß nicht was ich machen soll, wo soll ich hindrücken? Ich habe echt kein Gefühl. Doris sagt, das Kind wartet schon. Ich versuchte es zu fühlen, konnte aber nix feststellen. Dann ging die Fruchtblase auf. Der Druck wurde stärker, ich sollte schieben, aber ich wusste nicht wohin, es tat nicht weh. 2 oder 3 Wehen später schoss der Kopf heraus. Ich war von der Wucht so überrumpelt, dass ich laut geschrieen habe, aber nicht aus Schmerz, sondern vor Schreck. Ich fühlte den Kopf und konnte es gar nicht fassen, der Kopf ist da! Es hat Haare!!! Noch eine Wehe und der Rest kam genauso heftig, wieder habe ich laut geschrieen, vielleicht zum Abschied? Bis zum Schluss konnte ich nicht glauben, dass es so schnell und relativ schmerzarm vorangeht. Ich war aufgeregt und konnte bis zum Schluss nicht glauben, dass das Baby nun endlich raus wollte. Trotz der Aufregung habe ich mich dennoch gut aufgehoben gefühlt. Dank Doris, wurde die Geburt genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Sie hat uns die Zeit gelassen, die wir brauchten. Das Baby lag auf meinem Bauch und schaute mich an. Es war wunderbar. Ich habe es mir erstmal angeschaut. Es hatte schwarze Haare, wie ich es vorhergesagt hatte.Erst nach einer Weile schauten wir nach, was es eigentlich ist.

Ein Junge

- willkommen im Leben -

Matthes Lennart.

Geburtsbericht von I. Hellasdottir

Abgelegt unter: Geburt, Literatur und Links — jana @ 12:07 am

Liebe Schwangere (mit Leibesfrucht Gesegnete:)), Mütter und Frauen ,
die es werden wollen oder auch nicht,

erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft und zur Geburt von
„Schwangerschaft Spirituell“. – In meiner noch gar nicht allzu lange
zurückliegenden Schwangerschaft ( ich habe ein 19 Monate junges Töchterchen)
habe ich mir derartigen Austausch gewünscht, leider aber kaum ähnlich
gesinnte Kontakte gehabt bzw. wenig Zeit gehabt, derlei Kontakte zu
knüpfen, weil so viele sehr materielle , absolut praktische Dinge zu tun
waren, denn die Feststellung der Frauenärztin „Sie sind schwanger!“ schlug
ein wie eine Bombe! Mein bis dato geführtes Leben war schlagartig vorbei.
Für mich war die Schwangerschaft eine sehr intensive Erfahrung. Ich bin
sowieso eine sehr emotionale Menschenfrau, in der Schwangerschaft war ich es
umso heftiger, teilweise sehr nah am Wasser gebaut, sehr verletzlich, aber
sehr hart, wenn es um das Mich-von-unguten-Leuten-Abgrenzen ging.
Schwangerschaft: meinem Kind eine HÜLLE geben, warme Höhle sein, es
schützen. Doch wer oder was umhüllt mich, gibt mir als schwangere Frau eine
Hülle?
Abgesehen vom eigenen Glauben, der umhüllt und schützt, ist es meiner
Meinung nach vor allem eine natürliche Umgebung, sowohl was die direkte
Natur angeht – frische Luft/ Grün atmen –als auch die umgebenden Menschen.
Beides war in Berlin nur spärlich gegeben.

Schwangerschaft im hot summer in Berlin: heftig –flirrende Extrovertiertheit
gepaart mit Autogestank. Als Frau, die die größte Zeit ihres Lebens in
naturnaher Umgebung gelebt hat, war der konstante Mangel an Grün bitter.
Die andere Seite: Berlin bietet Vieles für Schwangere und Gebärende und
Mamas! Und davon habe ich auch profitiert: Bauchtanz und Yoga in der
Schwangerschaft, gute Geburtsvorbereitungsmöglichkeiten, Geburtshäuser und
und und…
Vor allem Yoga hat mir in der Schwangerschaft gut getan!! Während unserer
Geburt konnte ich einiges, was ich im Yoga –Unterricht gelernt hatte,
wunderbar anwenden: das Atmen, Tönen, Mantren in mein Gebären einfliessen
lassen, meinem Baby leichter den Weg auf die Erde ebnen.
Ich habe mich bewusst vom Anfang an für das Gebären im Geburtshaus
entschieden. Meine Schwangerschaft verlief natürlich, außer gelegentlichen
stressbedingten Vorwehen gab es keine besonderen Komplikationen, Angst vor
unserer Geburt hatte ich auch nicht, mein Baby war gesund, wozu dann ins
„Kranken“ –Haus?
Mein Töchterchen A. Kiara Cerridwen ist am 28.07.2004 im Geburtshaus am
Klausener Platz zur Erde gekommen. Eine bessere Geburt hätten wir uns gar
nicht wünschen können!
Am frühen Abend des Vortages setzte ein leichtes Ziehen im unteren
Rückenbereich ein, langsames Entstehen leichter Wehen, die sich nach einem
schönen, warmen Bad bald verstärkten. Um Mitternacht platzte die
Fruchtblase. Das war wirklich komisch! Im Bett liegend höre und spüre ich
gleichzeitig „Plopp!“ und ein Schwall von Fruchtwasser läuft heraus. Die
Wehen wurden stärker, unsere Hebamme benachrichtigt, sie kam recht bald, und
dann brachen wir um ca 2.30 zum Geburtshaus auf. Mein Freund (er war während
der gesamten Geburtszeit dabei) unterstützte mich. Auf der Fahrt zum
Geburtshaus und auch schon vorher zu Hause musste ich viel brechen (
Autofahrt mit großem Eimer ), eine gute Reaktion meines Körpers, um
möglichst viel Ballast loszuwerden, um leichter gebären zu können.

Im Geburtshaus lag ich die erste Zeit müde auf dem Bett herum. Ich hatte
überhaupt keine Lust, irgendetwas von dem auszuprobieren, was ich im
Geburtsvorbereitungskurs gelernt hatte. Ich wollte nur noch in die
Badewanne, in mein Element Wasser. Im warmen Wasser habe ich mich sehr wohl
gefühlt, mich entspannt, ich konnte die Schmerzen leichter fliessen lassen.
Ich bin erst als Mama wieder aus der Wanne gekommen. Die Zeit dazwischen:
Atmen, Tönen, Schmerzen, Trance….eine zeitlose Zeit.
In der Austreibungsphase konnte ich dann schon die seidigen Haare meines
Mädchens mit meinen Fingern ertasten, sie war schon so nah am Tor zur Welt.
Für die letzte Phase passte meiner Meinung nach am Besten die Beschreibung
meiner Hebamme: „Es fühlt sich so an, als ob Du eine Kokusnuss kacken
müsstest.“ Unglaublich, was der weibliche Körper unter einer Geburt leistet!

Um 7.23 kam mein Töchterchen durch das Wasser auf die Erde. Die Nabelschnur
pulsierte erstmal in Ruhe aus und erst danach wurde die direkte Verbindung
zwischen dem Körper meines Töchterchens und meinem Körper getrennt. 20 min
später war die Plazenta da.
Gebären im Geburtshaus war genau das Richtige für mich: in intimer
Atmosphäre sich dem Geburtsgeschehen hingeben können, Schmerz wild
herausschreien können. Im Reich der Weißkittel hätte ich mich
möglicherweise verkrampft.
Unsere beiden Hebammen (zur Austreibungsphase kam die zweite Hebamme hinzu)
waren wunderbare Geburtsengel mit „goldenen Händen“.
Ich habe dann mein Töchterchen zum ersten Stillen angelegt. Sie wollte
erstmal 40 min durchschreien. Sie sah aus wie eine kleine süße schrumpelige
Schildkröte. Winzig und unbeholfen, versuchte sie, an der Brust zu saugen,
was ihr nach mehreren Versuchen dann auch gelang.

Nach einigen Stunden Erholung ging es zu dritt nach Hause
Ankommen in dieser Welt: ohne Bauch, mit einem winzigen Wesen im Arm ging
die Fahrt ins Wochenbett, in die „Babyflitterwochen“.

Hier noch kurz einige Tipps:

1. Literatur zu den Themen Schwangerschaft, Geburt, Stillen….

„Die Hebammensprechstunde“ von Ingeborg Stadelmann. Dieses Buch enthält
wunderbare Tipps z. B. zu Schwangerschaftsbeschwerden, Geburt, Wochenbett,
Stillen etc
Die Autorin ist eine erfahrene Hebamme und Fachfrau v.a. auf den Gebieten
Aromatherapie und Homöopathie. Ihr Buch stimmt wunderbar ein auf
Schwangerschaft, Geburt und Wochenbettzeit. Sehr empfehlenswert!

2. Literatur zum Thema Stillen:

„Das Stillbuch“ von Hannah Lothrop. Ein Klassiker. Sehr aufbauend, wenn es
v.a. am Anfang nicht so klappt mit dem Stillen und die Brustwarzen wund
sind. Wenn inkompetente KinderärztInnen meinen, frau weismachen zu müssen,
dass sie zufüttern müsse, da das Baby angeblich Gedeihstörungen habe, weil
es 9 Tage nach der Geburt das Geburtsgewicht noch nicht erreicht habe (das
ist mir passiert! Meine gute Hebamme und dieses Buch hatten mich dann wieder
aufgebaut. Manchmal dauert es einfach ein bisschen länger, bis das Baby das
Geburtsgewicht wieder erreicht hat und da ist es sehr wichtig, Mutter und
Kind genügend Zeit zu geben statt Panik zu verbreiten und vom mehrmals
täglichen Wiegen und Zufüttern zu reden.) Dieses Buch war Balsam auf meiner
Seele.
Ich stille übrigens immer noch. Wenn meine Tochter an die Brust möchte,
lasse ich sie.

3. die Plazenta:

Lasst Euch Eure Plazenta nicht klauen! Sie ist wertvoll! Sie hat Euer Kind
ernährt, ist ein kostbares Organ. Oftmals wird sie in Krankenhäusern
entweder weggeworfen oder weiterverkauft an Kosmetikindustrie bzw. für
„wissenschaftliche Zwecke“ verwendet.
Von meiner Plazenta habe ich nach der Geburt ein kleines Stück gekostet
(schmeckt ein bisschen nach Nuss), da dies auch die Rückbildung der
Gebärmutter fördert.( Falls es welche gibt, die angewidert das Gesicht
verziehen: ekelt ihr euch etwa auch vor eurem Mondblut?)
Außerdem habe ich einen Teil der Plazenta zu homöopathischer Medizin
verarbeiten lassen.
Folgendermaßen: ein Stückchen von der Plazenta abschneiden und in eine
Alkohollösung geben ( die wird vorher von der Firma, die die Homöopathika
herstellt, zugesendet) und dann dieses konservierte Stückchen bei der meines
Wissens nach einzigen Firma in Deutschland (kann mich aber auch täuschen)
einschicken (Fa. Mentop Pharma in Schleswig). Die angefertigten Homöopathika
holt frau dann Wochen später bei einer kooperativen Apotheke ab (aus
gesetzlichen Gründen darf die Verkauf der Präparate nur über eine
zwischengeschaltete Apotheke erfolgen, z.B. Zieten-Apotheke in der
Großbeerenstrasse in Berlin-x-Berg ist sehr kooperativ).
Der große Rest der Plazenta mitsamt Nabelschnur lagert noch im Gefrierfach.
Sie wartet auf den Sommer, wenn sie vergraben wird, irgendwo im schönen
Grünen………. .

Ich wünsche allen Frauen mit und ohne Bauch gutes Gedeihen!
I. Hellasdottir

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