Schwangerschaft spirituell, heilig und ganz

Geburtsbericht

Abgelegt unter: sonstiges, Geburt — jana @ 11:35 pm

Die Geburt meiner kleinen Tochter war eigentlich ein unbeschreibliches Ereignis, vor allem aber auch ein besonders bestärkendes, und tolles.

Ich hatte ein paar Tage leichte Vorwehen und die wurden dann Nachts einfach ein bisschen stärker und regelmäßiger. Morgens um 7 war mir dann klar, dass es nun wohl losgehen würde. Sie wurden dann bis ca um 8 so stark dass ich sie beatmen musste und sie bei sehr starkem Mens-Schmerz angelangt waren von der Intensität. Damit war aber klar, dass es ernst wurde, und in meinem Inneren war es, wie wenn ein Schalter umgelegt wurde. Es war klar, nun geht es um die Geburt und es dauert so lange es dauert, nun ging es nur noch darum, von Wehe zu Wehe zu kommen, jede zu durchleben. Im Außen machte ich mich auf dem Weg zu einer Freundin in die Badewanne - glücklicherweise in einem Auto - nur einen Block weit entfernt. Bis vormittag lag ich in der Badewanne (wir hatten keine). Schließlich war es zeit für das Geburtshaus (wir kamen eher früh, da ich dort einfach hin wollte und nicht ewig dort in der Badewanne liegen, sondern endlich in den schönen Raum im Geburtshaus).

Vorort bekamen wir glücklicherweise meinen Wunschraum. Allerdings war meine Hebamme nicht da, weil sie in Potsdam auf nem Kongress war und nachkommen wollte und wir wurden von anderen Hebammen betreut. Da ich aber 100% Vertrauen zum Geburtshaus hatte, hat mich das nicht weiter gestört.

Dann ging es ein paar Stunden von Wehe zu Wehe, um den Muttermund zu öffnen. Wir waren zu dritt und ich genoss Massagen am Rücken. Ich tönte jede Wehe, was ich genial fand und mir das Gefühl gab, keinerlei Schmerzen zu verspüren, nur die Intensität dieser Wehen-Welle. Das Tönen ging besonders gut, weil ich es nicht alleine machte, sondern weil wir jede Wehe zu dritt tönten - die Laute der anderen beiden trugen mich und meinen Ton.

Die Zeit war nicht existent, nur eine Welle nach der anderen. Es war ein entrücktes Gefühl. Ich dachte immer, die Geburt müsse sich, weil sie so spirituell ist, irgendwie erhaben anfühlen. Statt dessen fühlte sie sich archaisch an, tierisch. Ich habe stundenlang gar nichts gedacht. Und das, wo sonst mein Verstand immer plappert. ich war ganz bei mir und bei den Wellen - es gab nichts anderes was wichtig war.

Es gab zwei Zeitpunkte, wo ich die Wehen schwierig fand: einmal als ich eine Akkupunktur bekam und still auf der Seite liegen musste und einmal am Klo - weil ich bei beiden nicht körperlich entspannt mitgehen konnte. DA tat es dann weh und ich war froh, wieder in der Wanne mit den Wellen gehen zu können.

Als der Muttermund offen war und meine Hebamme angekommen, musste sie ein bisschen nachhelfen, damit es weiterging -ich war so versunken darin, Wehe nach Wehe zu bearbeiten, dass ich das Ziel vergessen hatte. “Bist du bereit JETZT dein Kind zu bekommen?” Upsa - da war ja noch was. Danach folgte einiges an “Akrobatik” - und die Erfahrung der Presswehen. Wie stark da der Drang zu Pressen ist und wie stark es eine dabei schüttelt fand ich schon währenddessen erstaunlich. Ich musste ein Pause einlegen, weil es zu schnell ging. Und die Wehen so durch mich durchziehen lassen, ohne mitzupressen. Aber recht schnell ging es dann weiter. Insgesamt hatte ich sehr kurz Presswehen, fand ich. Die Fruchtblase platzte und weitere Wehen kamen und gingen - inzwischen waren die Hebammen ganz gut beschäftigt damit, immer zu gucken. Das Köpfchen war schon zu fühlen. EIne Hebamme hat mir glaub ich noch was zu trinken angeboten. Eine Wehe später war das Kind da. Meine Begleiterin meinte, die Hebammen waren auch überrascht und hatten es mit der Wehe noch nicht erwartet - sie fing es auf, so sehr flutschte es raus. Meine wenig rühmlichen ersten Worte waren: Wasn das? :)

Ich war etwas überrascht, dass es schon vorbei war :)

Ich hatte schließlich meine kleine Tochter in der Position geboren, die ich mir vorher schon ausprobiert und als Wunschposition ausgesucht hatte: Auf dem Gebärhocker.

Bei der letzten oder vorletzen Wehe war allerdings mein Damm gerissen und musste dann genäht werden, allerdings habe ich davon nichts gemerkt. Mit dem Kuscheln mit der Neugeborenen und dem ersten Stillen ging das große Abenteuer aber eigentlich erst los. Die Geburt war nur der Anfang.

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