Schwangerschaft spirituell, heilig und ganz

Geburt, Schmerzen und Wehen

Abgelegt unter: sonstiges — jana @ 9:32 pm

Viele Frauen (vor allem Erstgebärende) haben heute Angst vor der Geburt. Vielleicht hat ja auch jede Schwangere zu einem Zeitpunkt mal Angst vor der Geburt.

Hauptgrund der Angst ist meist die Aussicht auf die Schmerzen und die Unsicherheiten, wie es sich anfühlt, wie schlimm es wird.

Ich hatte lange das Gefühl, dass Geburtsschmerzen / Wehen etwas schreckliches sein müssten. Einiges, was ich hörte, bestärkte mich darin: Wenn mir mehrere Frauen sagen “Aber die Schmerzen vergisst man ja schnell wieder”, wenn sie über Ihre Erlebnise reden, macht das keinen Mut. Es impliziert, dass das beste daran ist, es schnell zu vergessen und sich eben nur das drumrum zu merken.

Irgendwie habe ich es zum Glück geschafft, die Angst zu vergessen. Auch durch die Arbeit an positiven Berichten, mit Mediationen und anderem.
Denn meine erlebte Realität war ganz anders.

Ich behaupte, Wehen sind keine Schmerzen. Denn Schmerz ist etwas, dass ich aushalten muss, oder besser noch, abschaffe. Etwas, das keinen direkten Sinn für mich hat, mich handlungsunfähig macht.

Wehen sind ganz anders. Sie haben einen sehr nachvollziehbaren direkten nachvollziehbaren Zweck. Jede einzelne Wehe ist für die Geburt nötig und ist die Arbeit der Gebärmutter. Der Muttermund wird geöffnet und dann das Baby herausgepresst. Am Anfang fand ich die Wehen wie Mens-Schmerzen. Sie störten mich auch etwas - weil ich wusste, dass ist nur der Anfang - so lange das so leicht ist, gehört es noch nicht zur Geburt. Deshalb waren die für mich am schwierigsten, obwohl sie nicht wirklich weh taten - sie nervten mich eher, obwohl es auch aufregend war. Aber schließlich verhinderten sie, dass ich schlafen konnte :)
Die Wehen zum Öffnen des Muttermundes würde ich nicht als Schmerzen bezeichnen. Natürlich tut es auch weh - aber es ist so anders als wenn einem einfach etwas weh tut. Es ist wirklich eine Welle. Eine Welle, auf der Frau reiten kann, eine Welle, die Frau tönen kann. Eine Welle, die die Welt draußen ausschaltet, eine ganz hier und jetzt im Rhythmus der Geburt sein lässt.

Zu keinem Zeitpunkt wurde der Schmerz irgendwie unerträglich. Immer nur kurze Wellen - die anstrengend schnell aufeinander kommen und volle Aufmerksamkeit erfordern. Nur dagegenstellen darf frau sich nicht, _dann_ tun sie richtig weh - dann - und nur dann (meiner Erfahrung nach) ist es richtiger Schmerz. (War bei mir nur am Klo und beim Zwangs-Liegen).

Und Presswehen sind kein Schmerz. Sie sind ein Schütteln, ein Pressen, wie wenn sich etwas nach Außen stülpt, eine ganz durchschüttelt. Gut, die zum Schluss war es schon unangenehm, wenn das Baby halt schon fast draußen ist und es überall so eng und voll ist aber auch hier kein Schmerz.

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