Schwangerschaft spirituell, heilig und ganz

Geburtsbericht von I. Hellasdottir

Abgelegt unter: Geburt, Literatur und Links — jana @ 12:07 am

Liebe Schwangere (mit Leibesfrucht Gesegnete:)), Mütter und Frauen ,
die es werden wollen oder auch nicht,

erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft und zur Geburt von
„Schwangerschaft Spirituell“. – In meiner noch gar nicht allzu lange
zurückliegenden Schwangerschaft ( ich habe ein 19 Monate junges Töchterchen)
habe ich mir derartigen Austausch gewünscht, leider aber kaum ähnlich
gesinnte Kontakte gehabt bzw. wenig Zeit gehabt, derlei Kontakte zu
knüpfen, weil so viele sehr materielle , absolut praktische Dinge zu tun
waren, denn die Feststellung der Frauenärztin „Sie sind schwanger!“ schlug
ein wie eine Bombe! Mein bis dato geführtes Leben war schlagartig vorbei.
Für mich war die Schwangerschaft eine sehr intensive Erfahrung. Ich bin
sowieso eine sehr emotionale Menschenfrau, in der Schwangerschaft war ich es
umso heftiger, teilweise sehr nah am Wasser gebaut, sehr verletzlich, aber
sehr hart, wenn es um das Mich-von-unguten-Leuten-Abgrenzen ging.
Schwangerschaft: meinem Kind eine HÜLLE geben, warme Höhle sein, es
schützen. Doch wer oder was umhüllt mich, gibt mir als schwangere Frau eine
Hülle?
Abgesehen vom eigenen Glauben, der umhüllt und schützt, ist es meiner
Meinung nach vor allem eine natürliche Umgebung, sowohl was die direkte
Natur angeht – frische Luft/ Grün atmen –als auch die umgebenden Menschen.
Beides war in Berlin nur spärlich gegeben.

Schwangerschaft im hot summer in Berlin: heftig –flirrende Extrovertiertheit
gepaart mit Autogestank. Als Frau, die die größte Zeit ihres Lebens in
naturnaher Umgebung gelebt hat, war der konstante Mangel an Grün bitter.
Die andere Seite: Berlin bietet Vieles für Schwangere und Gebärende und
Mamas! Und davon habe ich auch profitiert: Bauchtanz und Yoga in der
Schwangerschaft, gute Geburtsvorbereitungsmöglichkeiten, Geburtshäuser und
und und…
Vor allem Yoga hat mir in der Schwangerschaft gut getan!! Während unserer
Geburt konnte ich einiges, was ich im Yoga –Unterricht gelernt hatte,
wunderbar anwenden: das Atmen, Tönen, Mantren in mein Gebären einfliessen
lassen, meinem Baby leichter den Weg auf die Erde ebnen.
Ich habe mich bewusst vom Anfang an für das Gebären im Geburtshaus
entschieden. Meine Schwangerschaft verlief natürlich, außer gelegentlichen
stressbedingten Vorwehen gab es keine besonderen Komplikationen, Angst vor
unserer Geburt hatte ich auch nicht, mein Baby war gesund, wozu dann ins
„Kranken“ –Haus?
Mein Töchterchen A. Kiara Cerridwen ist am 28.07.2004 im Geburtshaus am
Klausener Platz zur Erde gekommen. Eine bessere Geburt hätten wir uns gar
nicht wünschen können!
Am frühen Abend des Vortages setzte ein leichtes Ziehen im unteren
Rückenbereich ein, langsames Entstehen leichter Wehen, die sich nach einem
schönen, warmen Bad bald verstärkten. Um Mitternacht platzte die
Fruchtblase. Das war wirklich komisch! Im Bett liegend höre und spüre ich
gleichzeitig „Plopp!“ und ein Schwall von Fruchtwasser läuft heraus. Die
Wehen wurden stärker, unsere Hebamme benachrichtigt, sie kam recht bald, und
dann brachen wir um ca 2.30 zum Geburtshaus auf. Mein Freund (er war während
der gesamten Geburtszeit dabei) unterstützte mich. Auf der Fahrt zum
Geburtshaus und auch schon vorher zu Hause musste ich viel brechen (
Autofahrt mit großem Eimer ), eine gute Reaktion meines Körpers, um
möglichst viel Ballast loszuwerden, um leichter gebären zu können.

Im Geburtshaus lag ich die erste Zeit müde auf dem Bett herum. Ich hatte
überhaupt keine Lust, irgendetwas von dem auszuprobieren, was ich im
Geburtsvorbereitungskurs gelernt hatte. Ich wollte nur noch in die
Badewanne, in mein Element Wasser. Im warmen Wasser habe ich mich sehr wohl
gefühlt, mich entspannt, ich konnte die Schmerzen leichter fliessen lassen.
Ich bin erst als Mama wieder aus der Wanne gekommen. Die Zeit dazwischen:
Atmen, Tönen, Schmerzen, Trance….eine zeitlose Zeit.
In der Austreibungsphase konnte ich dann schon die seidigen Haare meines
Mädchens mit meinen Fingern ertasten, sie war schon so nah am Tor zur Welt.
Für die letzte Phase passte meiner Meinung nach am Besten die Beschreibung
meiner Hebamme: „Es fühlt sich so an, als ob Du eine Kokusnuss kacken
müsstest.“ Unglaublich, was der weibliche Körper unter einer Geburt leistet!

Um 7.23 kam mein Töchterchen durch das Wasser auf die Erde. Die Nabelschnur
pulsierte erstmal in Ruhe aus und erst danach wurde die direkte Verbindung
zwischen dem Körper meines Töchterchens und meinem Körper getrennt. 20 min
später war die Plazenta da.
Gebären im Geburtshaus war genau das Richtige für mich: in intimer
Atmosphäre sich dem Geburtsgeschehen hingeben können, Schmerz wild
herausschreien können. Im Reich der Weißkittel hätte ich mich
möglicherweise verkrampft.
Unsere beiden Hebammen (zur Austreibungsphase kam die zweite Hebamme hinzu)
waren wunderbare Geburtsengel mit „goldenen Händen“.
Ich habe dann mein Töchterchen zum ersten Stillen angelegt. Sie wollte
erstmal 40 min durchschreien. Sie sah aus wie eine kleine süße schrumpelige
Schildkröte. Winzig und unbeholfen, versuchte sie, an der Brust zu saugen,
was ihr nach mehreren Versuchen dann auch gelang.

Nach einigen Stunden Erholung ging es zu dritt nach Hause
Ankommen in dieser Welt: ohne Bauch, mit einem winzigen Wesen im Arm ging
die Fahrt ins Wochenbett, in die „Babyflitterwochen“.

Hier noch kurz einige Tipps:

1. Literatur zu den Themen Schwangerschaft, Geburt, Stillen….

„Die Hebammensprechstunde“ von Ingeborg Stadelmann. Dieses Buch enthält
wunderbare Tipps z. B. zu Schwangerschaftsbeschwerden, Geburt, Wochenbett,
Stillen etc
Die Autorin ist eine erfahrene Hebamme und Fachfrau v.a. auf den Gebieten
Aromatherapie und Homöopathie. Ihr Buch stimmt wunderbar ein auf
Schwangerschaft, Geburt und Wochenbettzeit. Sehr empfehlenswert!

2. Literatur zum Thema Stillen:

„Das Stillbuch“ von Hannah Lothrop. Ein Klassiker. Sehr aufbauend, wenn es
v.a. am Anfang nicht so klappt mit dem Stillen und die Brustwarzen wund
sind. Wenn inkompetente KinderärztInnen meinen, frau weismachen zu müssen,
dass sie zufüttern müsse, da das Baby angeblich Gedeihstörungen habe, weil
es 9 Tage nach der Geburt das Geburtsgewicht noch nicht erreicht habe (das
ist mir passiert! Meine gute Hebamme und dieses Buch hatten mich dann wieder
aufgebaut. Manchmal dauert es einfach ein bisschen länger, bis das Baby das
Geburtsgewicht wieder erreicht hat und da ist es sehr wichtig, Mutter und
Kind genügend Zeit zu geben statt Panik zu verbreiten und vom mehrmals
täglichen Wiegen und Zufüttern zu reden.) Dieses Buch war Balsam auf meiner
Seele.
Ich stille übrigens immer noch. Wenn meine Tochter an die Brust möchte,
lasse ich sie.

3. die Plazenta:

Lasst Euch Eure Plazenta nicht klauen! Sie ist wertvoll! Sie hat Euer Kind
ernährt, ist ein kostbares Organ. Oftmals wird sie in Krankenhäusern
entweder weggeworfen oder weiterverkauft an Kosmetikindustrie bzw. für
„wissenschaftliche Zwecke“ verwendet.
Von meiner Plazenta habe ich nach der Geburt ein kleines Stück gekostet
(schmeckt ein bisschen nach Nuss), da dies auch die Rückbildung der
Gebärmutter fördert.( Falls es welche gibt, die angewidert das Gesicht
verziehen: ekelt ihr euch etwa auch vor eurem Mondblut?)
Außerdem habe ich einen Teil der Plazenta zu homöopathischer Medizin
verarbeiten lassen.
Folgendermaßen: ein Stückchen von der Plazenta abschneiden und in eine
Alkohollösung geben ( die wird vorher von der Firma, die die Homöopathika
herstellt, zugesendet) und dann dieses konservierte Stückchen bei der meines
Wissens nach einzigen Firma in Deutschland (kann mich aber auch täuschen)
einschicken (Fa. Mentop Pharma in Schleswig). Die angefertigten Homöopathika
holt frau dann Wochen später bei einer kooperativen Apotheke ab (aus
gesetzlichen Gründen darf die Verkauf der Präparate nur über eine
zwischengeschaltete Apotheke erfolgen, z.B. Zieten-Apotheke in der
Großbeerenstrasse in Berlin-x-Berg ist sehr kooperativ).
Der große Rest der Plazenta mitsamt Nabelschnur lagert noch im Gefrierfach.
Sie wartet auf den Sommer, wenn sie vergraben wird, irgendwo im schönen
Grünen………. .

Ich wünsche allen Frauen mit und ohne Bauch gutes Gedeihen!
I. Hellasdottir

“Hallo Mama!!!”

Abgelegt unter: Persönliches — inoli @ 2:37 pm

Mir fällt es manchmal etwas schwer, das Baby im Bauch nicht einfach zu vergessen. Auch meine zweite Schwangerschaft verläuft bisher völlig problemlos. Rückenschmerzen oder Unwohlsein gibt es ja ab und an ohne Baby im Bauch ebenso. Inzwischen macht sich das Kleine zwar schon selbst bemerkbar, indem es heftig im Bauch hin- und herkullert, dennoch kann auch das im Alltagsstress untergehen. Doch vor ein paar Wochen war ich im Spielzeugladen, um für meine Nichte ein Geburtstagsgeschenk zu beorgen. Und da flog mir eine kleine Elfe regelrecht in die Arme. Normalerweise würde ich solch eine Figur ziemlich kitschig finden. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie zu dem Baby im Bauch gehört. Und nun steht sie auf meinem Altar. Ich sehe sie jeden Tag und nehme mir nun auch jeden Tag etwas Zeit, um über die Elfe oder meine Hände liebevoll zu dem kleinen Wesen in meinem Bauch zu sprechen.

elfe

Buchtipp?

Abgelegt unter: Literatur und Links — jana @ 2:01 pm

Das Geheimnis der ersten neun Monate

Unsere frühesten Prägungen
Gerald Hüther, Inge Krens

Vorwort bei Amazon lesen
Über dieses Buch bin ich gerade gestolpert. Empfehlen kann ich es (noch?) nicht, denn ich habs ja nicht gelesen. Neugierig macht es mich, aber ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich _noch_ ein Buch kaufen möchte :)

Auf jeden Fall macht es einen interessanten Eindruck, einen erwähnenswerten.

Am Vorwort hat mir nicht gefallen, dass die AutorInnen es als Errungenschaft der modernen Medizin ansehen, dass wir nun wissen, dass Babys hochsensibel sind. Wenn es eine medizinische Errungenschaft ist, wie konnte dann die Menschheit bis hierhin kommen und warum haben so viele Naturvölker glückliche Kinder, bei denen die Eltern nie auf die Idee kommen würden, Babies wären keine empfindsamen Wesen?

Aber nun gut, es ging ja auch um die Überwindung der alten (westlichen) Fehlurteile und über den Zauber dessen  was jetzt über die Schwangerschaft bekannt ist.

Schwangerschafts-Ecke oder -Altar

Abgelegt unter: Rituale für und um die Schwangerschaft — jana @ 2:04 pm

Gegen die Angst und das Alleinsein

Gerade zu Beginn hatte ich das Gefühl, alleine und überfordert mit der Schwangerschaft und der Aussicht auf ein Kind da zustehen.

Um mich immer daran zu erinnern, dass ich nicht alleine bin, dass es so viele liebe Menschen gibt, die an mich denken und nur das Beste für diesen neuen Lebensabschnitt wünschen, hab ich folgendes kleines “Ritual” initiiert.

Ich bat alle meine Freundinnen (von denen die meisten ziemlich weit weg wohnen), mir eine Kleinigkeit zu schicken. Nur etwas Kleines, Einfaches. Darin sollen Ihre Wünsche und Gedanken für mich enthalten sein. Ich habe dann damit einen kleinen Mut-Mach-Schwangerschafts-Altar aufgebaut, eine Schwangerschaftsecke. Eine Ecke bei der Couch, die ich immer im Blickfeld habe und mich jederzeit daran erinnern kann, dass ich nicht alleine bin, sondern umgeben von meinen Lieben und guten Wünschen.

So sieht meine Schwangerschaftsecke aus:
Schwangerschaftsecke

schwangerschaftsaltar1.jpg

Geburtsbericht

Abgelegt unter: Geburt — jana @ 10:59 am

Ein Kind will ins Leben
Erlebnisbericht über eine Hausgeburt

von Hanna Strack
www.geburtskanal.de

An einem Samstag im Frühjahr 2004 rief mich die Hebamme an: Ein Paar sei damit einverstanden, dass ich bei der Hausgeburt ihres dritten Kindes dabei sei. Das Kind kann jederzeit kommen. Ich sprach am Telefon kurz mit der Mutter. Die Tage vergingen. Warten gehört zur Geburt.

Am Donnerstagmorgen um 5.45 riefen die Hebamme und kurz danach auch der Vater an. Ich fuhr in die Stadt, fand die Wohnung in einem einfachen Mietshaus, und wurde vom Vater eingelassen in eine Atmosphäre der Stille, der Konzentration, der Ruhe. Ich sagte: “Ich heiße Hanna und danke, dass ich dabei sein darf.” Die Frau lag auf dem Sofa, ich setzte mich auf einen Sessel. Die Mutter der Frau war da, sie filmte immer mal ein wenig. Die Hebamme kniete am Sofa, half atmen, das CGT tuckerte. Wenn die Wehen kamen, zischte die Frau leise den Atem aus. Das Wohnzimmer war in orangenen Farben gehalten, von einem Bild schaute ein Engel herein. Das Spielzeug des 2jährigen Sohnes lag auf der Seite. Gegen 7 Uhr wachte der 12 jährige Sohn auf und kam ins Wohnzimmer. Er hatte heute schulfrei. Die Hebamme gab der Frau aus ihrem Etui, in dem ich ca 300 Gläschen sah, verschiedene Homöopathika während der Wehen. Zwischendurch schrieb sie ihr Tagebuch und gab die Anweisung, jetzt Kaffee zu kochen. Aber nicht zum Trinken für die Hebamme sondern als Kreislaufmittel für die Wanne oder zum Dammschnitt. Dann lief die Frau zusammen mit ihrem Mann in der Wohnung auf und ab, und als sie wieder auf dem Sofa lag, stützte er sie im Rücken. Wir sprachen kaum. Immer noch diese Stille und Konzentration. Kein Stöhnen der Frau. Einmal sagte sie zu mir gewandt: “Wenn keine Wehen sind, geht es gut, aber die Wehen nehmen mich ganz in Beschlag”, als wollte sie sich entschuldigen. Aber sie schrie nie. Ich vermutete, weil sie gut atmete.

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