Reiki in der Schwangerschaft
Meine Erfahrungen mit Reiki in der Schwangerschaft bisher
Ich denke, ich habe noch nie dem Baby Reiki geben können. Ich merke, dass mein Körper - dass ich - Reiki ziehe, Reiki brauche. Das Baby hingegen scheint gut geschützt, gut versorgt, ja abgeschirmt. Es ist für mich mit Reiki nicht zugänglich, für den Vater auch nicht. Kontakt zu dem Baby kann ich durchaus aufnehmen, aber das Reiki eben kommt nicht durch - ich denke - es wird einfach nicht gebraucht. So wie oft gesunde Tiere einfach kein Reiki wollen.
Ich hab letztens gelesen, wie werdende Eltern es genossen, ihrem Kind Reiki zu geben, auf diese Weise verbunden zu sein. Dann muss es bei denen komplett anders sein als bei uns - oder -ich hoffe, den Zweifel nimmt mir niemand übel - die besagten Eltern merken nicht, wohin das Reiki fließt. Aber da jede Schwangerschaft anders ist - wer weiß…
Ich finde es gut und beruhigend zu wissen, dass mein Baby kein Reiki benötigt. Und mit Liebe umhüllen kann ich es gut auch ohne Reiki.
Es kann gut sein, dass es auch was mit unserem Reiki-Konzept zu tun hat, dass unterschiedliche Auffassungen von Reiki das Reiki ändern oder sich anders verhalten lassen, oder durchmischen. Für mich sind nämlich zum Beispiel Liebe und Reiki oder Licht unterschiedliche paar Schuhe - und Reiki ist für mich einfach eine Energieform - eine Art der Energiearbeit.
Ganz anders als bei Baby sieht es da schon mit mir aus: Ich habe deutlich weniger Energie als vor der Schwangerschaft - dafür aber nicht so ungleich verteilt - ich bin viel ausgeglichener vom Energiehaushalt her geworden (und inzwischen nicht nur im Energiehaushalt). Wobei das glaube ich jetzt auch erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel so geworden ist.
In den ersten drei-vier Monaten, die bei mir körperlich und psychisch sehr schwierig waren (obwohl keinerlei relevanten medizinischen Probleme vorlagen), hatte ich es öfter mal, dass ich eine Art Schmerzanfall bekam und merkte, wie die ganze Energie aus mir raus floß, in den Unterleib hinein. So weh hat es gar nicht getan, aber durch diesen Energieabfall, gleichzeitig mit Kreislaufabfall und eben leichten bis mittleren Schmerzen war es ganz schön anstrengend und beunruhigend. Das war die Phase, als mein Körper noch sehr stark mit dem Umbau für das Baby beschäftigt war - der sich, wie ich finde, bei mir scheinbar schwierig gestaltet hat. In diesen Phasen half dann viel und starkes Reiki mich ein wenig zu stabilisieren und die Situation zu mildern- und / oder hinlegen und dösen und abwarten. Besonders empfänglich für das Reiki war dabei der Punkt zwischen den Schulterblättern.
Dieser Punkt ist auch jetzt noch besonders angenehm für Reiki - es kommt mir ein bisschen vor wie die Hauptöffnung, durch die das Reiki dann verteilt wird. Welche Bedeutung dieser Punkt hat, weiß ich noch nicht. Auch ist es gut möglich, dass mein Energiemangel und starkes Reikibedürfnis (ich bekomm auch gar nicht mehr genug..) durchaus psychische / seelische nicht körperliche Ursachen hat. und es wird auch für alle Teile von mir ungewohnt sein, ausgeglichen zu sein - womöglich braucht auch da zusätzliche Energie.. ?
Viele Fragen sind offen - wie so oft bei Reikibehandlungen - warum fließt es dahin, wo wird warum die Energie gebraucht… oft finde ich das nicht zu durchschauen - was aber ja der Wirkung keinen Abbruch tut.
Mich würde interessieren, was andere für Erfahrungen mit Reiki in der Schwangerschaft haben.
veränderte träume
vor meiner ersten schwangerschaft hatte ich immer wieder mal träume, in denen ich mich als mutter oder gar als großmutter sah. es waren diese art „prophetischer“ träume, die einem die sicherheit geben, dass man den richtigen weg eingeschlagen hat, um glücklich zu werden. meine träume von der mutter- bzw. großmutter-rolle waren sehr detailliert. eine ähnliche art von träumen hatte ich auch schon vom studium, einer beziehung oder einem job.
während der gesamten schwangerschaft gab es jedoch nicht einen einzigen traum, der mich mit meinem kind zeigte. dafür hatte ich genügend träume, die mir die geburt meines kindes als eine feststehende tatsache zeigten, mein leben dabei aber zu ende war. danach kam für mich selbst einfach nichts mehr.
natürlich empfand ich das als erschreckend. ich machte mir gedanken um meinen realen tod bei der geburt. schließlich ist so etwas immer ein risiko. und täglich sterben heute noch 1.600 frauen während schwangerschaft und geburt (wobei 98 % der todesfälle in entwicklungsländern zu verzeichnen sind). dieses thema gehört zur schwangerschaft dazu. denn nun hat man nicht nur verantwortung für sich, sondern für ein neues leben, das man jederzeit gut behütet wissen möchte, auch wenn man selbst vielleicht nicht mehr dazu in der lage ist.
nachdem ich dieses thema für mich abgearbeitet hatte, dachte ich erneut über die träume nach. letztendlich zeigten sie mir symbolisch, was unwiderruflich wirklich eintreten würde: mein bisheriges leben stirbt. und ich beginne etwas, von dem ich einfach keine konkreten vorstellungen haben kann. man kann noch so viel lesen und von anderen in erfahrung bringen, man wird erst fühlen können, wie es ist, das eigene kind im arm zu haben, wenn man es im arm hat. ich wünsche, es wäre bei jeder frau so unbeschreiblich überwältigend schön, wie es bei mir der fall war.
übrigens: seit unser sohn auf der welt ist, träumen sowohl mein partner als auch ich sehr häufig von ihm.
Initiationsweg Schwangerschaft (1)
Meine überraschende Schwangerschaft hat vieles geändert, vor allem in mir.
Schwangerschaft ist für mich ein Initiationsweg.
Mir war vorher klar, dass es ein großes Mysterium ist, eine unbeschreiblich vielfältige Erfahrung, auch an Initiationsweg hatte ich schon mal gedacht.
Trotzdem fühlt es sich ganz anders an als ich jemals gedacht hätte.
Es ist für mich eine spirituelle Reise, die aber maßgeblich vom Körper mitbestimmt wird. Viele alte bekannte Themen und Muster tauchen wieder auf - aber ich habe nun starke Verbündete, um damit klar zukommen: allen voran mein Körper. Anfangs fühlte ich mich ferngesteuert, weil mir meine eigenen Wahrnehmungen, Emotionen und Handlungen fremd waren. Heute im 5. Monat fühle ich mich unterstützt durch meinen Körper auf allen Ebenen.
Am Tag, bevor ich erfuhr, dass ich schwanger bin, machte ich ein kleines Vollmondritual und nahm unter Tränen meine volle Weiblichkeit an mit allem, was es bedeutet. Am nächsten Tag wurde mir erst klar, _was_ es bedeutet. Trotz des riesigen Schocks wollte ich aber von Beginn an diese einmalige Erfahrung ganz zulassen, mich darauf einlassen.
Die Schwangerschaft dreht sich bei mir vor allem um das Thema Geborgenheit, nähren, sorgen und natürlich Weiblichkeit und Mutterschaft - sowie weitere Themen, die damit zusammen hängen. Allesamt keine einfachen Themen für mich :)
Aber während ich sonst manchmal das Gefühl habe, klein und allein - Willensgesteuert - gegen alte große Verhaltensmuster zu kämpfen, mit denen ich mich selber behindere, habe ich in der Schwangerschaft das Gefühl, dass die Problem-Muster zwar drastisch an Deutlichkeit und Dringlichkeit zugenommen haben, aber dass ich besser mit allen meinen Ebenen zusammenarbeiten kann und mit ein wenig (oder auch mal mehr) Hilfe im Außen viel besser, mächtiger dadruch navigieren kann als sonst. So ist das also, wenn frau manchmal ganz ist und mit allen Ebenen an etwas arbeitet - manchmal geht es wie von selbst - manchmal schwer- aber ich fühle mich nicht mehr als überforderte Einzelkämpferin gegen mich selber sondern geführt und behütet.
Gerade aber das geführt und behütet fühlen hat lange gebraucht, bis ich es fühlen konnte. Denn mich selber nähren und vertrauen darauf, geführt und behütet zu sein, gleichzeitig aber auch stark - all dies ist neu für mich in dieser Weise.
Aber auf der äußeren Ebene war das Nähren und behüten vom ersten Tag an (von dem ich von meiner Schwangerschaft erfuhr - Ende des 2. Monats) ein wichtiges Thema. Meine körperlichen und seelischen Bedürfnisse wurden mir so klar wie nie zu vor und ich konnte - ja musste sie so wichtig nehmen wie nie zuvor. Von Beginn an war da ein klares scharfes Gefühl dafür, was richtig und gesund für mich ist und was mir schadet - ein Gefühl, dass ich vor allem nicht ignorieren konnte, weil es sonst zu körperlichem Unwohlsein, Schmerzen und anderen Symptomen und Heulkrämpfen führte, egal ob es sich um die Arbeitssituation, das Essen, Rauch und Abgase, Beziehungsthemen oder Diskussionsverhalten handelt.
Auch jetzt merke ich sehr schnell, wenn ich mich mir selbst gegenüber falsch verhalte, mindestens ein “unmotivierter” oder zumindest überraschender Heulkrampf ist sicher.
Es ist aber nicht so, dass mir alles einfach leichter von der Hand geht und ich Schwangerschaft als Weg zum an sich selber arbeiten empfehlen will - das dürfte wohl die falsche Motivation sein :) Es ist vor allem auch so, dass die Probleme, die Dinge, die vorher schon nicht in Ordnung waren - aber einfach ignoriert werden konnten - viel dringender werden nicht mehr länger ignorierbar - das ist alles andere als immer ein schönes Gefühl. Aber wenn wieder ein Schritt gelungen ist, dann fühlt es sich sehr befreiend und ermächtigend an.
Die neun Monate sind bitter nötig für mich. Ich kämpfe regelrecht um genügend Freiraum und Freizeit, die ich benötige, um seelisch bei mir selber zu bleiben - um nachzukommen und die Gelegenheit nutzen zu können. Neun Monate sind aber auch verdammt wenig Zeit, um ein paar grundlegende Lebensthemen zu bearbeiten - aber wohl genügend Zeit, um alle wichtigen Schritte unternehmen zu können. Ich bin auf jeden Fall froh, die meisten der aktuellen Themen schonmal betrachtet zu haben, auch schon angefangen zu haben, sie zu bearbeiten in den letzten Jahren, so dass ich jetzt ja vielleicht doch das eine oder andere zum Abschluss bringen kann und langfristig gewandelt aus der Schangerschaft hervorgehe.
Außerdem ist die Schwangerschaft meines Erachtens der letzte Punkt, um zu lernen, sich selber zu nähren. Diese Lektion ist die Basis für meine kommende Mutterschaft. Nicht so sehr, um das Kind zu nähren. Ich habe das Gefühl, dass dies das kleinere Problem ist - sondern vielmehr, um mich selbst in der anspruchsvollen Zeit Zeit der Mutterschaft selber zu nähren und für mich zu sorgen, denn das ist die Grundlage von gesunder Mutterschaft.
Tags / Stichworte: Schwangerschaft, Initiation, weibliche Mysterien, Spirituelle Erfahrung