Hallo,
dies hier ist ein Zitat aus dem Nebelpfade täglichen Newsletter vom 17.09.2004
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Eine unserer
Spitzenmeldungen
befasst sich damit, dass die Hälfte der Frauen auf ihre Blutung verzichten
möchte - was heute medizinisch-technisch möglich ist. Die Zahl hat
mich geschockt. Es geht dabei um eine neue Hormonverhütung. Und da die
Pillenblutung keine echte Zyklusblutung ist, ist der Schritt, zu sagen, dass
frau dann lieber gar keine BLutung mehr möchte, gar nicht so unlogisch. Und
wenn die Hälfte der Frauen auf die Menstruation verzichten möchte,
dann kann man das wohl normal nennen, wenn man davon ausgeht, dass die Mehrheit Normalität definiert. Es ist also normal und logisch, eine gesunde Körperfunktion abzuschaffen. Und da Spiritualität kein Wert in unserer Gesellschaft mehr ist und nur für die wenigsten Menschen bei Themen wie
spirituell, heilig, magisch der Körper eine Rolle spielt.. weil es keine Rolle mehr spielt, tiefere Zusammenhänge und ein Sinn im Dasein und der Welt zu sehen.. Und da wir die minderwertige Natur beherrschen und verbessern müssen, ist es nur logisch und normal, den Zyklus der Frau abzuschaffen.
Manchmal ist Normalität höchst erschreckend.
[..]
schönen Gruß,
jana
Medizin: Nie mehr bluten
Abbruchblutung kommt aus der Mode
Seit Einführung der traditionellen "Pille" vor mehr als 40 Jahren sind erschiedene Varianten der hormonalen Empfängnisverhütung entwickelt worden,
um den individuellen Bedürfnissen von Frauen Rechnung zu tragen.
Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die so genannte Langzyklus-Anwendung.
Erfahrungen mit dieser Methode sowie mit neuen Formen hormonaler erhütung werden auf dem 55. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und
Geburtshilfe in Hamburg diskutiert.
Bei Einführung der Pille zu Beginn der 60er Jahre waren die Forscher darauf
bedacht, aus Gründen der Akzeptanz möglichst den natürlichen Menstruationszyklus nachzuahmen. Sie wählten ein Einnahmeschema von 21 Tagen, gefolgt von einer siebentägigen Pause, die eine Abbruchblutung
auslöst.
Doch es gab auch Kritik an dieser Festlegung: Die regelmäßigen Abbruchblutungen durch Hormonentzug seien keineswegs "natürlich",
verglichen mit den natürlichen, durch Schwangerschaft und Stillzeiten erheblich
verringerten Blutungen.
Veränderte Einstellung zur Menstruation.
Unabhängig von den Debatten der Experten, haben viele Frauen in den
letzten Jahren ihre Einstellung zur Menstruation verändert. Eine unlängst
veröffentlichte Umfrage von Gynäkologen der Universitätsklinik
Frankfurt belegt:
-Nur noch 26 bis 35 Prozent der 1195 befragten Frauen im Alter
zwischen 15 und 49 Jahren bevorzugen die monatliche Blutung (Gründe: Angst vor Schwangerschaft, Angst vor Sterilität, Angst vor Nebenwirkungen). -37
bis 46 Prozent wollen am liebsten überhaupt nicht mehr bluten (Gründe:
weniger Menstruationschmerzen, bessere Hygiene, höhere Lebensqualität, weniger Blutverlust).
- 32 bis 54 Prozent der Frauen würden die Menstruation gelegentlich
unterdrücken,
-11 bis 14 Prozent würden die Menstruation für längere Zeit
unterdrücken.
Die Wünsche der Frauen in Verbindung mit medizinischen Gründen können darum Anlass sein, das Einnahme-Schema der Pille zu ändern. Bei einem so genannten Langzyklus nimmt die Frau ein Kontrazeptivum nicht länger als ein halbes Jahr ohne Unterbrechung. Geeignet sind dafür nur so genannte Einphasenpräparate als Mikropillen mit konstanten Ethinylestradiol- und Gestagendosen.
"Favorisiert wird weltweit der 63- oder 84-tägige Einnahmemodus, also drei oder vier Blisterpackungen, mit anschließendem siebentägigen einnahmefreien Intervall", stellt Professor Cosima Brucker von der Frauenklinik der Universität Ulm fest. Besonders die 84-tägige Anwendung, also die Einnahme der Pille über ein Vierteljahr, fände, so die Expertin, bei den Frauen und Gynäkologinnen und Gynäkologen zunehmend Akzeptanz.
Unabhängig von den Wünschen der Frau gibt es auch medizinische Indikationen für einen Langzyklus:
-Blutungsstörungen oder schmerzhafte Blutungen, prämenstruelles
Syndrom (PMS)
- Endometriose
- Myome
- Funktionelle Zysten
- zyklusabhängige andere Erkrankungen (Epilepsie, Migräne, Multiple
Sklerose, Schizophrenie, Depression etc.)
Hinzu kommt, dass die Empfängnisverhütung durch einen Langzyklus noch sicherer wird und Einnahmefehler weniger ins Gewicht fallen.
Welchen Einfluss Langzyklen auf das Thromboserisiko haben, ist derzeit allerdings unklar, weil entsprechende Langzeitstudien fehlen.
Im vergangenen Jahr hat die amerkanische Arzneimittelbehörde FDA erstmals ein Präparat für den Langzyklus zugelassen. Bei dieser Pille handelt es sich aber nicht um ein neues Präparat, sondern um die Zulassung einer konventionellen Pille für diese Indikation. Das Kontrazeptivum - ein Präparat mit üblichen Hormonen in üblicher Dosierung (0,15mg Levonorgestrel/0.03 Ethinylestradiol) - wird 84 Tage lang eingenommen, danach folgt eine Pause. Darum haben Frauen, die diese Pille nehmen, im Jahr nur vier Blutungen anstatt 13.
Aus Pressemitteilung Dipl. Biol. Barbara Ritzert, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, idw, 16.09.2004
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