ARtikel und Überlegungen wg Argumenten gegen die Natürlicheit der Mens
• Blutmond •
Geschrieben von jana am 07. Juli 2008 22:58:19:
http://diestandard.at/?url=/?id=1215098761640
Hier die Kernaussagen, die für mich wichtig sind:
"Fiala: Das ist etwas Eigenartiges. Dass das von Frauen so verinnerlicht wurde, dass sie die monatliche Regelblutung brauchen, sich auch teilweise über die Menstruation identifiziert haben als Frau, sowohl körperlich als auch sozial. Wenn man drüber nachdenkt, ist das absurd. Weil die Regel nur dazu dient, sicherzustellen, dass die Gebärmutterschleimhaut wieder bereit ist für eine Einnistung.""Und in dieser Situation, wo wir das alles erreicht haben, kommt plötzlich eine Diskussion auf: Was ist jetzt natürlich? Das Tragische ist, dass viele diese Natürlichkeit falsch verstehen und auf Interventionen verzichten, die dieses hohe Niveau an Gesundheit und Selbstbestimmtheit erst ermöglicht haben. Zum Beispiel wird die Pille in Frage gestellt. Es gibt viele Frauen, die die Pille erst gar nicht nehmen, oder nach ein paar Jahren absetzen, und sagen: Ich möchte wieder wissen, wie das "natürlich" ist. Nur haben sie schon vergessen, was natürlich bedeutet, nämlich etwa 15 Schwangerschaften in Leben einer Frau."
So und da frage ich mich: Das ist sicherlich irgendwie belegt mit den 15 Schwangerschaften, aber bitte wann und wo?!
„Die Bauersfrau im Mittelalter bekam durchschnittlich wohl fünf bis sechs Kinder2). Im späten Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit vor dem 17. Jahrhundert waren bis zu zwanzig Geburten in der Ehe nicht selten3).“( http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/veroeffentl/Monatshefte/essay.asp?xYear=2007&xMonth=03&eNr=02) Da haben wir sie, die vielen Schwangerschaften.
Ich habe gerade erst gelesen, dass ein "indianisches" Volk (ich muss jetzt nachgucken, welches Volk in Nordamerika) gezielt immer frühestens das nächste Kind bekamen, wenn das vorangegangen 4 oder 5 Jahre alt war. Weil sonst die Belastung für die Frauen zu hoch gewesen wäre (da die Kleinkinder komplett getragen wurden). Ich komme beim Rechnen damit so auf 4 -6 Schwangerschaften, wenns hochkommt.
Auch in anderen ethnischen Gruppen würden ja 15 Schwangerschaften pro Frau eine enorme Bevölkerungsexplosion auslösen, selbst bei einer Säuglingssterblichkeit von 50% (rein fiktiv jetzt). Das können sich Naturvölker gar nicht leisten, solche Bevölkerungsexplosionen.
Die Mosuo in China- das noch immer matriarchal lebende Restvolk – dort gebären die Frauen 1-2 Kinder, es sind dort in einer Familie alle die Mütter aller Kinder. Nun wareb das glaube ich zu anderen Zeiten mehr (Details weiß ich keine), aber 15 Schwangerschaften sicherlich wohl gerade nicht.Meines Erachtens wird mit dieser Argumentation der Unnatürlichkeit eine riesige Kulturlüge aufgebaut, die die Abschaffung der Menstruation erklären wird.
Ich kann mir schon vorstellen, dass es natürlicher wäre, ein paar Zyklen weniger zu haben (denn lange Stillzeiten sind natürlich und die fallen in westlichen Kulturen bei den meisten Frauen weg). Aber die Rechnungen, die hier aufgemacht werden, dass es ja also im Umkehrschluss natürlich wäre, 15 Schwangerschaften zu erleben, das ist kriminell. Es ist wissenschaftlich fundiert, dass die Menschen in der Antike Verhütungsmethoden und Geburtenkontrolle kannten und soweit ich weiß, geht die feministische Forschung davon aus, dass selbstverständlich dies auch in prähistorischen Zeiten möglich war.
Mal prolemisch gesagt: als die Situation der Frauen historisch am Nullpunkt angekommen war – sie die Rechte, die sie im Mittelalter hatten, eingebüßt hatten, viel Kräuterwissen und Körperwissen durch die Hexenverbrennungen verloren gegangen war, in Teilen der Gesellschaft bittere Armut herrschte und hohe Kindersterblichkeit – dann gab es so wahnsinnig viele Schwangerschaften. Und das wird uns jetzt als natürlich verkauft???!!! Geht’s noch??
Nun könnte man ja argumentieren, dass Naturvölker sicherlich auch ne hohe Kindersterblichkeit haben. Sicherlich, ich hab keine Ahnung wie hoch (nur liegt sie garantiert höher als unsere, denn die beträgt 0,irgendwas %) . Eine hohe Kindersterblichkeit hat selbstverständlich was mit den Lebensbedingungen zu tun. Aber es ist ein Unterschied, ob ein Volk gemeinsame Lebensbedingungen hat und die Frauen gleichwertig sind und Herrinnen ihres Körpers oder ob in einer Gesellschaft Armut und Reichtum nebeneneinander liegen, sich gegenseitig alle bekämpfen und ein Teil der Bevölkerung ums nakte Überleben kämpfen, der andere Teil aber überhaupt nicht und die Frauen die verliererinnen auf beiden Seiten sind. Es gibt sicherlich Regionen auf dem Erdball, wo auch heute Frauen noch so oft schwanger werden.
Aber das ist keine Beweisführung für Natürlichkeit!
wütende Grüße,
jana
- Re: ARtikel und Überlegungen wg Argumenten gegen die Natürlicheit der Mens Susanne 14.07.2008 14:45 (0)
- Re: ARtikel und Überlegungen wg Argumenten gegen die Natürlicheit der Mens Lucia 13.07.2008 12:24 (1)
- Re: ARtikel und Überlegungen wg Argumenten gegen die Natürlicheit der Mens Lucia 13.07.2008 12:26 (0)
- Re: ARtikel und Überlegungen wg Argumenten gegen die Natürlicheit der Mens Undine 10.07.2008 12:34 (0)
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