Heilige Zeit Menstruation

Ich nenne es deshalb heilig, weil es mir besser und einprägsamer als alles andere den natürlichen Zyklus und die Verbundenheit der Dinge zeigt. Es ist die dunkle Zeit, der Abschluss eines Zyklus, um danach wieder neu zu werden. Es ist die dunkle Phase, durch die ich muss. (ohne zu explodieren oder jemanden zu töten ;))
Während ich meine Zeit habe und kurz davor, bin ich sehr viel sensitiver - etwas, das auch Miranda Gray in meinem Lieblingsbuch Roter Mond schreibt - und auch kreativer. Magische und spirituelle Dinge, die ich in dieser Zeit tue, sind mächtiger. Erfahrungen intensiver. Emotionen heftiger *g* Ich habe Zugang zu Dingen, der mir sonst verwehrt ist. Eine urtümliche Macht.

Für mich ist dieser Zeit für meine Spiritualität sehr wichtig. Es ist, wie wenn die Schleier zwischen den Welten zerreissen sich die Natur der Dinge mir offenbart.


Ich will nicht sagen, dass nur Frauen auf diese Weise die Möglichkeit haben mit dem Göttlichen in Konakt zu treten, aber das ist es, was ich unter weiblicher Spiritualtät verstehe. Es ist einfach anders ;)

 

Es geht darum, dass das Zyklische so in uns verankert ist. Und ich das täglich merken kann. Dass ich einmal im Monat mich der Dunkelheit und ihren Kräften stellen muss. Und dass ich in dieser Zeit sofort in Dimensionen und Bewusstseinzustände vordringen kann, die mir sonst verschlossen sind oder schwer zumindest erreichbar sind. Es ist als ob in dieser Zeit mir das Wesen des Universums offenbart würde und ich sehe, merke, spüre, dass ich ein Teil davon bin.

 

Das sind also alles Dinge, die Menschen auch anders erfahren können. Aber dadurch, dass es diese zyklische Regelmäßigkeit hat und sich so gut mit den anderen natürlichen Zyklen deckt, finde ich, prägt es - zumindest bei mir - sehr meine Wahrnehmung der Welt. Und ich entnehme den Aussagen anderer Frauen und auch Buchautorinnen, dass ich damit nicht alleine bin.

Deswegen, Schwestern: Lasst Euch darauf ein, Eure Tage als etwas unbeschreibliches einmaliges und doch immer wiederkehrendes zu feiern. Ich selbst habe immer unter Schmerzen gelitten und weiß, dass einer dann gar nicht danach ist zu feiern, wenn frau heuleelend auf der Couch liegt. Versucht trotzdem Euch darauf einzulassen. Zu lernen, Euch darauf zu freuen, es zu wertschätzen und nicht nur als eine Störung im Funktionieren anzusehen. Bei dieser Einstellung (das hält mich davon ab, XY zu tun) nämlich, sagt ihr "nein danke" zu einer enorm intensiven spirituellen Erfahrungen, die uns Frauen allein durch das Frausein gegeben ist.

Durch die Dunkelheit gehen.

Die meisten Frauen, die ihren Zyklus bewusst erleben, möchten zumindest in der ersten Zeit der Blutung alleine sein, sich verkriechen. Sich zurückziehen in ihre Höhle.

Die Zeit der Blutung wird gleichgesetzt mit dem Dunkelmond. Einige sehen die dunkle Mondin auch als die blutende Mondin.
Ich finde außerdem, dass diese Erfahrungen, der fehlende Trenn-Schleier, der Beschaffenheit des dunklen Mondes ähneln und eher mit der Dunkelheit als mit den Mysterien des Vollmondes zusammenpassen. Der / die VollmondIn wird oft als verschleiert beschrieben, der die dunkle MondIn als unverschleiert.

Auch als dunkel empfinde ich die Mächte, mit denen ich mich in meinem Inneren auseinandersetzen muss: Die letzen Reste der PMS, die STimmungsschwankungen und die unglaubliche Intensität der Gefühle und auch die Macht, die dahintersteckt. Ich verspüre in dieser Zeit oft die Verlockung, mit meiner Kraft zu zerstören oder destruktiv zu wirken. Das sind die berühmten Teller die an die Wand geworfen werden, aber auch das Bedürfnis dunkelmagisch zu arbeiten und dass ich sehr stark reagiere und dabei gleich ungewollt viel Energie mit auf Reisen schicke.

In dieser Zeit ertrage ich oft gesellschaftliche Normen nicht, brauche Raum für mich, verbanne alles andere und bin oft versucht, es auch zu verfluchen.

Dunkel ist außerdem dieses Gefühl der Urtümlichkeit und Unbeherrschbarkeit des Zyklus, diese urtümliche Macht. Diese Energiegeladenheit die durchaus auch mal gefährlich für andere werden kann.

Außerdem ist die Blutung Ende und Anfang des Zyklus, Beendigung des Alten. Das geht in meinen Augen oft einher mit dem Beenden, Zerstören, Töten in dem positiven Sinne, dem neuen Raum zu schaffen und das zu Töten, dessen Lebensspanne vorbei ist. (nur im Übertragenen Sinne bitte). Aber der Gedanke der Tötenden Göttin, die Neues gebiert ist ja auch nicht neu und genau in diese Analogie passt auch die Menstruation.


Entschuldigt bitte, wenn sich der Text etwas holprig liest, er ist ein Zusammenschnitt aus einer Diskussion.Gerne könnt Ihr mir die Gedanken zu dem Thema mailen, um sie hier anzufügen, oder auf dem Göttinnenboard darüber diskutieren.

Spürt die Kraft in Euch.

jana